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Das frühe Mittelalter

Konstanz – Im Archäologischen Landesmuseum Konstanz (ALM) ist ab Samstag, 15. Februar, bis zum 5. Oktober 2014 die Sonderausstellung «Römer, Alamannen, Christen – Frühmittelalter am Bodensee» zu sehen.

Auch die frühmittelalterliche Mode wird gezeigt. (Bild: zvg)

Auch die frühmittelalterliche Mode wird gezeigt. (Bild: zvg)

Dabei handelt es sich um ein internationales Ausstellungsprojekt des ALM in Kooperation mit dem Amt für Archäologie des Kantons Thurgau und weiteren Partnern rund um den Bodensee.

Die Zeit zwischen dem 3. und dem 8. Jahrhundert war eine ereignisreiche Epoche, die für die Menschen rund um den Bodensee zahlreiche Umwälzungen mit sich brachte: Die Römer zogen sich aus dem heutigen südwestdeutschen Gebiet zurück und verlegen die Reichsgrenze an Hochrhein und Bodensee. Germanische Neuankömmlinge unterschiedlicher Herkunft nutzten die neuen Siedlungsgebiete oder verdingten sich als Söldner in der römischen Armee.

Die Alamannen kamen
Allmählich verschmolzen sie zu einer neuen Einheit, den Alamannen, die diese Vielgestaltigkeit in ihrem Namen tragen. Mit der Unterwerfung durch die Franken und der Errichtung des Herzogtums Alamannien im 6. Jahrhundert wurden auch romanische Bevölkerungsteile südlich von Bodensee und Hochrhein integriert. Der direkte alamannische Einfluss wurde hier allerdings erst ab dem 7. Jahrhundert intensiver. Im Rahmen des Herzogtums etablierte sich durch Kirchengründungen der einflussreichen Familien und die Einrichtung des Konstanzer Bischofssitzes langsam aber sicher auch das Christentum in der Region. Die Klostergründungen von St. Gallen und Reichenau im 8. Jahrhundert stehen am Ende dieses Christianisierungsprozesses.

Die neue Sonderausstellung zeigt einen abwechslungsreichen Querschnitt dieser spannenden Umbruchszeit. Die eindrucksvollen Objekten, die vom einfachen Knochenkamm, über goldene Gewandschließen, christliches Heilzeichen, wertvolles Trinkgeschirr der Elite bis hin zu den eisernen Waffen reichen, sind «beredte» Zeugen des Alltaglebens, aber auch von Glaube, Status und Gewalt.

Zahlreiche Befunde und Funde aus Baden-Württemberg, der Schweiz, Österreich und Liechtenstein liefern neue Erkenntnissse zur Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte, zu Handwerk, Leben und Tod im Frühmittelalter.

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