/// Rubrik:

Theater in Reinkultur

Kreuzlingen – Mit «Der Zwerg in mir» wagt das See-Burgtheater ein Experiment: Anspruchsvolles Theater auf kleinstem Raum. Am Freitag, 21. Februar, ist um 20 Uhr Premiere im Kreuzlinger Theater an der Grenze.

Das Ensemble von «Der Zwerg in mir» (v.l.): Hans Rudolf Spühler, Ivana Martinovic, Goran Kovacevic und Astrid Keller. (Bild: Mario Gaccioli)

Das Ensemble von «Der Zwerg in mir» (v.l.): Hans Rudolf Spühler, Ivana Martinovic, Goran Kovacevic und Astrid Keller. (Bild: Mario Gaccioli)

Der Thurgauer Kulturpreisträger und Leiter des See-Burgtheaters, Leopold Huber, bringt ein Stück über eine Schauspielerin auf die Bühne, deren Leben nicht so schillernd ist, wie es auf den ersten Blick scheint. «Der Zwerg in mir» nimmt das Publikum mit in eine dunkle Welt vergangener Schmerzen, die von einer glanzvollen Bühnenkarriere doch nicht überstrahlt werden können. Für Huber, ist das Werk durchaus ein Wagnis: «Es ist ein anspruchsvolles Stück, mal sehen, wie es bei den Zuschauern ankommt.»

Die Produktion  ist an vier Tagen  in Kreuzlingen zu sehen. Sarah Thurnheer, Chefin vom Theater an der Grenze, freut sich darauf: «Wir waren lange Zeit kabarettlastig, jetzt wollen wir endlich wieder reines Theater zeigen.» Weitere Spielorte sind das Theaterhaus Thurgau in Weinfelden, das K9 in Konstanz und die Kellerbühne St.Gallen.

In Jelkas Leben spielt die Suche nach Heimat, Geborgenheit und Liebe eine besondere Rolle. Sie ist in Jugoslawien geboren, flieht in die Schweiz und erleidet zahlreiche herbe Schicksalsschläge. Wenn sie über das Schlimme reden will, das ihr widerfahren ist, wird sie missverstanden. Ihre Lösung: Sie erfindet einen Zuhörer, sie richtet ihre Gedanken an einen Zwerg in ihrem Bauch. Mit ihm geht sie in den inneren Monolog, zu ihm schluckt sie ihre dunklen Erinnerungen immer wieder hinunter. Mit diesem ungewöhnlichen Verdrängungsmechanismus gelingt es Jelka zunächst, sich einen Lebenstraum zu erfüllen und Schauspielerin zu werden. Doch die Fassade des Glücks bröckelt zusehends…

Video und Akkordeon
Leopold Huber zeigt Jelka im grellen Licht einer laborartigen Situation. Die Zuschauer sehen, wie ihre Gefühlslagen seziert werden, er arbeitet mit Videoprojektionen, um Jelkas Gespräche mit ihrem Zwerg im Bauch sichtbar zu machen. Immer wieder singt Jelka Chansons, bei denen die Sehnsucht nach einem heilen Leben mitschwingt. Musikalisch unterstützt wird sie am Akkordeon von Goran Kovacevic.

Die Geschichte der Schweizer Autorin Andrea Gerster wurde eigens für das See-Burgtheater als Schauspiel gefasst und wird am 21. Februar zum ersten Mal gezeigt. Die Zuschauer erwartet ein Abend voller Bangen und Hoffen, voller melancholischer Musik und scharfer Worte. Es ist ein Blick auf ein Leben zwischen Traum und Trauma.

Jelka wird gespielt von Ivana Martinovic. Die Züricher Schauspielerin hat ihre Wurzeln in Kroatien. In weiteren Rollen sind Astrid Keller und Hans Rudolf Spühler zu sehen. Dieser war zuletzt am Theater St. Gallen engagiert.

Weitere Infos unter www.see-burgtheater.ch

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.