/// Rubrik: Topaktuell

Thurgauer Industrie blickt zuversichtlicher in die Zukunft

Frauenfeld – Trotz nach wie vor schwieriger Geschäftslage spüren die Thurgauer Industriebetriebe vermehrt Rückenwind. Ihre Erwartungen für die nächsten Monate haben sich deutlich aufgehellt. Die Baukonjunktur läuft nach wie vor auf vollen Touren.

Mit der Thurgauer Wirtschaft geht es Auf und Ab. (Bild: Archiv)

Mit der Thurgauer Wirtschaft geht es Auf und Ab. (Bild: Archiv)

Gemäss der soeben erschienenen Ausgabe des «Thurgauer Wirtschaftsbarometers, Februar 2014», das vom Kanton Thurgau, der Thurgauer Kantonalbank und der Industrie- und Handelskammer Thurgau gemeinsam getragen wird, überwiegen in der Thurgauer Industrie nach wie vor die negativen Einschätzungen der eigenen Geschäftslage. Der Anteil der Betriebe, die eine gute Geschäftslage meldeten, hat sich in den letzten Monaten allerdings leicht erhöht.

Auftragsbestand nach wie vor zu niedrig
Die Industrieproduktion tritt noch immer an Ort. Auch beim Bestellungseingang vermochte sich noch kein klarer Aufwärtstrend durchzusetzen. Die Auftragsbestände werden nach wie vor als zu niedrig beurteilt, wenn auch nicht mehr so ausgeprägt wie vor einigen Monaten.

Erstmals wieder mehr exportiert
Die Exporte aus dem Thurgau nahmen im Schlussquartal 2013 zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren wieder zu, und zwar um gut 6 Prozent. Besonders die Ausfuhren in die EU erholten sich spürbar. Nach Deutschland konnte um 5 Prozent mehr ausgeführt werden. Trotz des Exporterfolgs im vierten Quartal lagen die Ausfuhren aus dem Thurgau im Gesamtjahr 2013 unter dem Niveau des Vorjahres (-2 %).

Federn lassen mussten etwa die Textil- und Bekleidungsindustrie und die Kunststoffbranche. Daneben gab es jedoch Wirtschaftszweige, die mit einem hervorragenden Exportergebnis glänzten, allen voran die Nahrungsmittelindustrie (+12 %). Auch die chemisch-pharmazeutische Industrie sowie die Sparte der Präzisionsinstrumente und -geräte behaupteten sich gut.

Zuversicht greift um sich
In diesem Umfeld haben sich die Zukunftserwartungen der Thurgauer Industrie deutlich aufgehellt. Für das erste Quartal 2014 rechnen die Betriebe auf breiter Front mit einem Anziehen der Produktion und lebhafterem Bestellungseingang. Besonders ausgeprägt hat die Zuversicht bezüglich der Exporte zugenommen. Der Anteil der Betriebe, die für die kommenden Monate von steigenden Exporten ausgehen, hat sich innert eines Vierteljahres von 30 auf 60 Prozent verdoppelt. Die übrigen rund 40 Prozent der Firmen gehen von gleichbleibenden Ausfuhren aus.

Aufgrund der positiven Zukunftserwartungen planen die Betriebe, den Vorprodukteeinkauf auszudehnen. Der Personalbestand soll zum ersten Mal seit längerem nicht mehr weiter reduziert, sondern gehalten werden. Auch für den längeren Zeitraum bis zum Sommer 2014 überwiegt die Zuversicht. Gut 40 Prozent der Thurgauer Industriebetriebe gehen von einer verbesserten Geschäftslage aus, nur 10 Prozent von einer Verschlechterung.

Baukonjunktur im Hoch
Die Thurgauer Baukonjunktur läuft nach wie vor auf vollen Touren. Die Bautätigkeit hat im vierten Quartal 2013 erneut zugelegt. Die Nachfrage hat weiter angezogen, wobei diese Entwicklung ausschliesslich vom Ausbaugewerbe getrieben wurde. Insgesamt sprachen 30 Prozent der Anfang Januar 2014 befragten Baufirmen von einem hohen, nur 15 Prozent hingegen von einem niedrigen Auftragsbestand. Für die kommenden Monate gehen die Betriebe allerdings von einem Auslaufen der Aufwärtsbewegung aus. Im Bauhauptgewerbe hält man sogar eine rückläufige Nachfrage für wahrscheinlich.

Detailhandel tritt an Ort
Die Stimmung im Thurgauer Detailhandel ist durchzogen. 22 Prozent der Anfang Januar befragten Thurgauer Detailhändler bezeichneten ihre Geschäftslage als gut, 25 Prozent als schlecht. Die Geschäftslage in sechs Monaten dürfte sich gemäss dem Urteil der Detailhändler ähnlich wie heute präsentieren.
 
Wechsel an der Spitze des Thurgauer Gewerbeverbands
In der Februar-Ausgabe des Thurgauer Wirtschaftsbarometers wird zudem das Wirken von Heinz Wendel, dem per Ende März 2014 altershalber zurücktretenden Geschäftsführer des Thurgauer Gewerbeverbands (TGV), beleuchtet. Er gilt als Vater der Berufsmesse Thurgau, die im vergangenen Jahr zum dritten Mal durchgeführt wurde.

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