/// Rubrik: Vereine

Letzter Versuch, einen Vorstand zu finden

Kreuzlingen – Die Frauengemeinschaft St. Ulrich wird ein Jahr pausieren. Der Verein hat mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen, es gibt keine Nachfolgerinnen für den Vorstand. Sollte sich in den kommenden Jahren keine neue Frauengruppe dafür finden, muss sich der Verein auflösen.

Die Sistierung wurde an der vergangen Jahresversammlung beschlossen, vorerst für eine Jahr, teilte Präsidentin Hildegard Kneubühler auf Anfrage mit. Sie ist seit 13 Jahren Präsidentin, insgesamt wirkte sie 25 Jahre im Vorstand. Zusammen mit den anderen sechs Frauen kommen sie gemeinsam auf etwa 160 Jahre. «Wir haben über Jahre eine Nachfolge für die alte Garde gesucht», so Kneubühler. Vergeblich. Das sei eine Zeiterscheinung: «Heutzutage haben junge Frauen mit Familie, Beruf, Hobbies oder Haus und Garten andere Interessen.» Obwohl sie Verständnis für die Zeichen der Zeit zeigt, löst die drohende Vereinsauflösung auch traurige Gefühle in ihr aus. Die Präsidentin erinnert sich an schöne Jahre: «Wir haben sehr viele interessante und nützliche Veranstaltungen durchgeführt. Diese waren nicht nur kirchlicher Natur, beispielsweise aus dem Bereich der Lebenshilfe.»

Interessierte hier melden!
Der Vorgang sei nun ein letzter Versuch, Leute für den Vorstand zu finden oder etwas Neues auf die Beine zu stellen. Interessentinnen für eine Projektgruppe können sich bei Cornelia Gisler-Neff, Mitgliedfrau und Vizepräsidentin Thurgauischer Katholischer Frauenbund (TKF) unter Tel. 071 672 99 02 oder per E-Mail an c.gisler-neff@bluewin.ch melden.

Anbei der vollständige Bericht von der Jahresversammlung:
«Siebzig Frauen folgten vor Kurzem der Einladung zur 105. Jahresversammlung der Frauengemeinschaft. Mit herzlichen Worten begrüsste die Präsidentin Hildegard Kneubühler die Anwesenden und drückte ihre Freude aus, dass so viele gekommen waren. Pfarradministrator Dr. Alois Jehle würdigte den unermüdlichen Einsatz der Frauen zum Wohle der Pfarrei und übergab jeder Vorstandsfrau als Zeichen des Dankes einen prächtigen Blumenstrauss. Anschliessend wurde ein feines Menu serviert. Krönender Abschluss des Essens war der feine Dessert.

Zwischendurch blieb aber auch reichlich Zeit für angeregte Gespräche, bevor der geschäftliche Teil der Versammlung begann. Haupttraktandum war die Sistierung des Vereins für vorerst ein Jahr. Die Vereinsmitglieder wie auch die Pfarrei wurden schon letzten Sommer darüber informiert, dass der Vorstand auf die Jahresversammlung 2014 geschlossen zurücktreten wolle. Schon seit ein paar Jahren wurden leider erfolglos neue Frauen für Vorstand und Verein gesucht. Die Anwesenden stimmten einstimmig dem Vorschlag der Sistierung zu.

So geht leider eine 105jährige Vereinsgeschichte zu Ende. Es war eine Zeit, in der viel Gutes getan und viel bewegt wurde. Ganze Generationen von Frauen haben sich mit viel Herzblut für den Verein und die Pfarrei engagiert.

Dafür sei allen ganz herzlich gedankt. Es bleibt zu hoffen, dass irgendwann etwas Neues entsteht. So endete denn auch der Abend nicht in Trauer sondern in Dankbarkeit und fröhlich mit eine Rounddance-Show unter der Leitung von Silvia Bürgi. Die Darbietungen der Tänzerinnen wurden mit viel Applaus belohnt. Schlusspunkt war ein Schutzgebet auf den Weg.» (hk)

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