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Zahl der Straftaten im Thurgau stabil

Frauenfeld – Eine Konsolidierung bei der Zahl der Straftaten und eine höhere Aufklärungsquote prägen die Polizeiliche Kriminalstatistik der Kantonspolizei Thurgau.

Die Kapo Thurgau zeigte mehr Präsenz. (Bild: Kapo TG)

Die Kapo Thurgau zeigte mehr Präsenz. (Bild: Kapo TG)

Die Verkehrsunfallstatistik weist erneut weniger Strassenverkehrsopfer aus. Aktuelle Projekte sollen den Arbeitgeber Kantonspolizei Thurgau noch attraktiver machen. 2013 hat sich die Zahl der registrierten Straftaten im Kanton Thurgau bei 11822 konsolidiert, sagte Kommandant Hans Baltensperger an der Jahres-Medienkonferenz der Kantonspolizei Thurgau.

Mehr Aufklärung
Gegenüber 2012 bedeute dies eine Zunahme um 180 Delikte oder 1,5 Prozent. Weil die Bevölkerung etwas stärker gewachsen ist, sank die Häufigkeitszahl, die Zahl der Straftaten pro 1000 Einwohner, von 46,2 auf 46,1. Kantone mit einer vergleichbaren Bevölkerungszahl wie Basel-Landschaft (56,1) und Solothurn (69,5) verzeichnen höhere Häufigkeitszahlen.

Als Erfolg für die Kantonspolizei Thurgau bezeichnete der Kommandant die höheren Aufklärungsquoten: 2013 wurden 37,4 Prozent aller Straftaten aufgeklärt, 2012 waren es noch 30,3 Prozent. In seinen Ausführungen zur Kriminalstatistik ging der Kommandant auf die Gewaltstraftaten und die Vermögensdelikte näher ein. 2013 wurden 911 Gewaltstraftaten registriert, 58 mehr als
2012.

Dabei gelte es den Rückgang um 32 Prozent bei der schweren Gewalt herauszuheben, sagte Baltensperger, insbesondere bei der schweren Körperverletzung (-33 %) und bei der Vergewaltigung (-41 %). Bei den Gewaltstraftaten mit den grössten Fallzahlen, der einfachen Körperverletzung und Tätlichkeiten, habe sich die Anzahl der Delikte 2013 stabilisiert. Bei den Vermögensdelikten hat der Einbruchdiebstahl um sieben Prozent zugenommen. Gemäss Baltensperger wurden im Kanton Thurgau 1164 Delikte erfasst. Die Analyse zeige, dass vor allem die Zahl der Dämmerungseinbrüche, die sich im Spätherbst mit der Umstellung auf die Winterzeit häufen, gestiegen ist.

Einbrecher im Fokus
Besonders stark betroffen waren die Städte und Gemeinden am See und Teile des Hinterthurgaus. Die Kantonspolizei Thurgau habe getreu ihrer Maxime, lagegerecht Schwerpunkte zu bilden, reagiert, sagte der Kommandant: «Die Präsenz in den betroffenen Wohnquartieren wurde erhöht.» Mit gezielten Personen- und Fahrzeugkontrollen sei der Druck auf Einbrecher verstärkt worden. Parallel dazu habe die Kantonspolizei Thurgau aufwändige Ermittlungen durchgeführt, «um Tätergruppen identifizieren, aufspüren und überführen zu können», so der Kommandant.

Solche zielgerichteten Ermittlungen führten Ende Februar 2014 zur Festnahme von vier Rumänen, die verdächtigt werden, entlang der Seelinie etwa 60 Einbrüche begangen zu haben. Anfang 2014 geklärt werden konnten zudem eine Einbruchserie im Hinterthurgau sowie Einbrüche in Geschäfte in Münchwilen und in Frauenfeld. Bereits im Dezember hatte die Kantonspolizei Thurgau nach zahlreichen Einbrüchen in Kreuzlingen mehrere Tatverdächtige festgenommen.

«Die Kantonspolizei Thurgau hat einen grossen Aufwand bei der Bekämpfung der Kriminalität betrieben und dabei zahlreiche Erfolge verzeichnen können», fasste Hans Baltensperger seine
Ausführungen zur Kriminalstatistik zusammen.

Projekte zur Steigerung der Attraktivität
«Es gehört zu meinen zentralen Aufgaben, dafür zu sorgen, dass die Kantonspolizei Thurgau
ein moderner und attraktiver Arbeitgeber ist und bleibt», sagte der Kommandant im Zusammenhang
mit der Umsetzung der vom Grossen Rat bewilligten Bestandeserhöhung. Während die
Anstellungsbedingungen wie Lohn oder Ferien in der Kompetenz des Grossen Rates liegen,
könne er als Kommandant interne Rahmenbedingungen gestalten. Baltensperger erwähnte drei
Projekte, die er 2013 lanciert hat.
– Teilzeitprojekt: Nach Abklärung der Bedürfnisse der Mitarbeitenden hat eine Projektgruppe konkrete Vorschläge erarbeitet. Im zweiten Halbjahr 2014 wird ein Pilotversuch gestartet.
– Führungsweiterbildung: Dem Kader der Kantonspolizei Thurgau wurde eine Aus- und Weiterbildung
ermöglicht mit dem Ziel, eine korpsübergreifende Führungskultur und -kompetenz zu schaffen und zu pflegen.
– Aktivkreis: Im Aktivkreis kommt der Kommandant regelmässig mit von den Abteilungen gewählten
Vertreterinnen und Vertretern zusammen.

Zielgerichtete Akquise
Gleichzeitig habe die Kantonspolizei Thurgau zusätzliche Anstrengungen in der Akquisition von
geeignetem Nachwuchs unternommen. Nachwuchswerbung ist auch ein Schwerpunkt auf der
Facebook-Seite der Kantonspolizei Thurgau. «Mit diesen Massnahmen bin ich zuversichtlich,
dass die Bestandeserhöhung mit dem Ende der Polizeischule 2016/ 2017 umgesetzt werden
kann», sagte Kommandant Hans Baltensperger.

Gemäss Verkehrsunfallstatistik der Kantonspolizei Thurgau wurden im vergangenen Jahr 1500
Verkehrsunfälle polizeilich bearbeitet, 78 mehr als 2012. Erfreulicherweise ging die Zahl der
Unfälle, bei denen Personen zu Schaden kamen, weiter zurück: 740 Personen (781) wurden
verletzt, davon 84 (89) schwer. Acht Personen, drei weniger als 2012, kamen auf Thurgauer
Strassen ums Leben. Die Zahl der Verkehrsopfer hat damit einen Tiefstwert erreicht.

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