/// Rubrik: Leserbriefe

Offene Fragen zur Schwimmhalle

Kreuzlingen – In der Nummer 12 vom 21.März wurde die Zustimmung des Gemeinderates zum Bau der neuen Schwimmhalle für 32 Millionen Franken mit grosser Euphorie kommentiert. (Ernst Bucher, Physiker, Kreuzlingen)

(Bild: Archiv)

(Bild: Archiv)

Andererseits ist auch immer wieder die mangelnde öffentliche Diskussion darüber beklagt worden. Mag sein, dass mir Details entgangen sind; ich war an der entscheidenden Gemeinderatssitzung nicht anwesend. Ich habe aber aus der Presse nie erfahren, wo und wieviele im Zusammenhang mit diesem Grossprojekt zu bauenden Parkplätze geplant sind und was sie kosten (vermutlich in den 32 Mio Franken nicht inbegriffen).

Man spekuliert über finanzielle Beteiligung von umliegenden Gemeinden, welche die Schwimmhalle mitbenützen könnten. Sollte dies zutreffen, könnte es auch seinen Preis haben, dass dann weiter weg Wohnende auch eine genügende Anzahl Gratisparkplätze erwarten werden, denn es ist kaum anzunehmen, dass sie zu Fuss oder per Fahrrad zur Schwimmhalle kommen werden. Wie wird der zusätzlich entstehende Verkehr bewältigt? Die Frage stellt sich erst recht, falls grössere nationale oder internationale Wettkämpfe in dieser Schwimmhalle ausgetragen werden, in einer Stadt wo sich soviele über die Verkehrsmisere beklagen. Sind hier weitere Nachkosten betr. Parkplätze oder Verkehrsneuführungen zu erwarten?

Die Stimmbürger möchten gerne über ganze, zu Ende gedachte Projekte abstimmen, nicht über halbe Lösungen, wie etwa NEAT, das Furkaloch, das Zürcher Sportstadium oder die Mirageaffäre… Unklarheiten und halbe Lösungen werden das Projekt ohne Zweifel zusätzlich gefährden, im Hinblick auf die ungewöhnlich hohen Kosten wie uns das Schicksal des geplanten neuen Busbahnhofes gelehrt hat.

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One thought on “Offene Fragen zur Schwimmhalle

  1. Bruno Neidhart

    Es ist richtig, wenn Herr Bucher im Zusammenhang mit dem Schwimmhallenprojekt die Parkplatzfrage anspricht. Aber diese Frage, besonders die des allgemeinen Verkehrs, ist eine grundsätzliche für Kreuzlingen und kann nicht explizit mit dem „Egelsee“-Projekt gesehen werden. Was tatsächlich in der jetzigen Planung bereits zu erkennen sein sollte, auch möglich ist, z.B. aufgrund eines provisorischen Belegungsplans der Schwimmhalle, wäre die tageszeitliche Verteilung der Angebote an die vielen unterschiedlichen Nutzer im Verhältnis zur Parkplatznachfrage. Ein Versuch: 1. für die vielen Schulklassen – wochentagsüber – fällt der Parkplatzbedarf wohl kaum ins Gewicht. 2. Für die Freizeitaktivitäten im Bad ist eine Parkplatzzahl dagegen konkreter auszuloten. 3. Bei einem schwimmsportlichen Grossanlass stellen sich naturgemäss die grössten Parkprobleme. Wobei in diesem Zusammenhang – modern und zeitgemäss! – auch der örtliche, regionale und überregionale „Öffentliche Verkehr“ einen festen Part zu übernehmen hätte. Zu erwähnen wäre noch, dass die Stadt mit einer grossen Tiefgarage unter der zentralen Stadt- und Veranstaltungswiese, die sich gegenüber dem Bad befindet, liebäugelt, um das, was sich dort bis heute oberirdisch „in Blech“ stapelt, zu versenken. Es sollten jedoch – nach meiner Ansicht – vorerst nur die heutigen Parkraum-Möglichkeiten im Projektumfeld durchgeplant werden. Alles andere wäre spekulativ (wenn auch grundsätzlich nicht in Vergessenheit zu geraten).

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