/// Rubrik: Leserbriefe

Wann kommt die Einsicht?

Tägerwilen – Nun wird in Tägerwilen fröhlich weitergebaut, schöne Bäume und einzigartige Bäume, exklusive alte Häuser werden demnächst, oder sind bereits verschwunden. (Christian Schwarz)

Und das alles unter dem Vorwand, es sei vor 50 Jahren so beschlossen worden. Die Volksmeinung aber von heute, von Menschen, die hier und jetzt da leben, wird einfach mit nichts von den Behörden und Verwaltungen wahrgenommen. Meine Petition, womit ich von jedem 8. Tägerwiler innerhalb von zwei Wochen Sammelfrist eine Unterschrift auf den Tisch legte, wurde von den Behörden höchstens mit einem müden Lächeln wahrgenommen.

Auch die in Tägerwilen angenommene Masseneinwanderungsinitiative bewegte die Behörden auf keine Weise. Immer wird auf Gesetze und Volksentscheide hingewiesen aus dem letzten Jahrtausend. Auch unsere Baulandregelung ist schon über 50 Jahre alt und entspricht in keiner Art den Vorstellungen der hier und jetzt lebenden Bevölkerung.

Auch wenn schon viele Hilfeschreie von der Bevölkerung bei den Behörden ankommen sind, da wo Geld und Wein fliesst wird nichts geändert, und fröhlich weitergewurstelt. Andererseits wird am Sozialsystem dauernd herum geschraubt, ohne dass da ein Notruf von der Bevölkerung kommt. Überall wo sich noch eine zusätzliche Beamtenstufe einschieben lässt, da werden neue Amtsstellen kreiert, ohne dass das einen Sinn macht, aber vor allem mehr kostet!  Und diese Amtsstufen kosten nicht nur, sondern behindern vor allen den schlanken und raschen Ablauf der Leistungen!

Dasselbe gilt auch für die Schule. Ein ewiges verändern, und immer weniger naturwissenschaftliches Grundwissen, wird richtig angestrebt. Und Kinder, die sich gegen solche Machenschaften wehren, werden dann einfach mit Ritalin stillgestellt. Das vernetzte Denken unserer Kinder wird willkürlich ausgeschaltet, vor allem wirtschaftliches Denken von einem Wirtschafssystem, das nicht nachhaltig ist, ist willkommen.

Darum meine grosse Bitte an die Raumplanungskommission. Setzt für die Tägerwiler Zukunft ein Nullwachstum ein! Ein Nullwachstum hindert den Fortschritt nicht, sondern nur die Verschwendung! Seit mutig und zeigt den Profiteuren die Stirne und setzt euch auf die Seite der Bürger! Es sind auch die Bürger, die euch gewählt hatten, und auch entscheiden, ob sie euch wieder wählen!

Markus, vor meinen Augen hat dir dein Gemeindeammannkollege Christof vorgerechnet, wie viel Gold man mit dem angehäuften Geld kaufen kann, wenn man einen Franken im Jahr null für ein Prozent Zins angelegt hätte! Darum ist ein Prozent Wachstum, das ihr als Ziel in der Planungskommission vorgeschlagen habt, eindeutig zu viel!

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One thought on “Wann kommt die Einsicht?

  1. Bruno Neidhart

    Ein totaler Verriss über Tägerwilen – querbeet durch alles Mögliche! Ist es dann derart „schlimm“? Ich weiss es nicht. Als nur Durchreisender bemerkt man natürlich besonders das Baugeschehen. Man erkennt dabei rasch, dass hier der einst prägende Begriff „dörflich -charmant“ langsam verschwindet. Besonders im Ostteil der Siedlung. Die meisten grossen Häuser die dort gebaut wurden und weiter gebaut werden, könnten überall stehen. In jeder Stadt. Auswechselbar. Alles wirkt zudem zusammenhangslos. Dies ist leider nicht spezifisch „tägerwilerisch“. Baugesellschaften und Architekten von auswärts, das muss man wissen, haben zudem zur bestehenden Örtlichkeit eher selten einen raumästhetisch-historischen Bezug. Es wird gebaut, was das Baureglement hergibt. Möglichst noch etwas obendrauf. Das alles geschickter zu veranstalten ist für eine Behörde dann erschwert, wenn – aus unterschiedlichen Gründen – eine eigentliche „Bauwut“ ausgebrochen ist, sich Bau an Bau folgt. Da nützen auch noch so manche Visierstangen wenig, wenn die Architektur, die Raumgestaltung, später nicht das hergibt, was man sich aus den simplen Plänen oft nur bedingt ablesen konnte, wenn gar Sachverstand fehlt. Es ist tatsächlich eine hochkomplexe Angelegenheit, ein Dorf sinnvoll, ästhetisch und dennoch neuzeitlich zweckentsprechend weiter zu entwickeln, so dass man sich mit der Siedlung als Ganzes weiter identifizieren kann. Landauf-landab gibt es dazu kaum gelungene Beispiele. Einfacher ist es, sich in ein Einfamilienhaus zurück zu ziehen. Aber auch darüber kann man streiten: Zum Beispiel – konkret -, ob die „Würfelhäuschensiedlung“ im Tägerwiler Osten, besonders auch deren räumliche Anordnung, tatsächlich nicht einen charmanteren, gesellschaftsrelevanteren Bezug hätte erhalten können. Und unterhalb des alten MThB-Bahnhofs z.B. hat „Kollege Beton“ einen ziemlich zweifelhaften Einzug gehalten. Wie gesagt: Nicht ganz einfach zu steuern, besonders dann nicht, wenn versucht wird, in einer kurzen Zeit die Einwohnerzahl, aus was für Gründen immer, zu erhöhen. Tägerwilen ist ein Dorf, das wie viele andere, sichtbar aus dem Ruder läuft. Wer hat die gute Idee, ein Dorf sowohl wirtschaftlich, als auch aus bauästhetischer Sicht harmonischer weiter zu gestalten? Er hätte nicht nur in Tägerwilen eine lohnende Zukunftsaufgabe!

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