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Stopp dem Zeitklau

Kreuzlingen – Die Jahresversammlung Syna Sektion Kreuzlingen war im Restaurant Besmer bis auf den letzten Stuhl besetzt. Sektionspräsidentin Ramona Zülle referierte zum Thema «Meine Arbeit – Meine Zeit, Stopp dem Zeitklau». Markus Hess wurde für 50 Jahr Mitgliedschaft geehrt.

Stadtammann Andreas Netzle übermittelt der Syna Sektion die Grüsse aus dem Stadtrat. (Bild: zvg)

Stadtammann Andreas Netzle übermittelt der Syna Sektion die Grüsse aus dem Stadtrat. (Bild: zvg)

Auch nach 84 Jahren hat die Jahresversammlung der Gewerkschaft Syna, vormals CHB und CMV, nichts an ihrer Attraktivität eingebüsst. So durfte Sektionspräsidentin Ramona Zülle nebst Stadtammann Andreas Netzle, Stadträtin Barbara Kern und Regionalpräsident Othmar Widmer über 40 Mitglieder begrüssen. Das Restaurant Besmer war im vorderen Teil bis auf den letzten Stuhl besetzt. Erfreut zeigte sich die Präsidentin, dass der Einladung auch zahlreiche junge Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter folgten.

Vollzug der Gesamtarbeitsverträge hatte höchste Priorität
In ihrem Jahresbericht ging die Präsidentin auf die zahlreichen Verbesserungen, welche in den Gesamtarbeitsverträgen in den Sektoren Gewerbe, Industrie und Dienstleistungen erzielt werden konnten, ein. Wichtigste Aufgabe war es für die Sozialpartner, die Einhaltung dieser Verträge durchzusetzen. Fälle von Lohndumping, vor allem ausländischer Firmen und Subunternehmer, machten Schlagzeilen. Mit der Gesetzesänderung und Einführung der Subunternehmerhaftung haben die Sozialpartner mit dem Seco ein taugliches Mittel zur Bekämpfung des Lohndumpings geschaffen.

 

Markus Hess (rechts) wird durch Zentralsekretär Ernst Zülle für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt. (Bild: zvg)

Markus Hess (rechts) wird durch Zentralsekretär Ernst Zülle für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt. (Bild: zvg)

Meine Arbeit – Meine Zeit, Stopp dem Zeitklau
Im Anschluss referierte Ramona Zülle über das Kongressthema « Meine Arbeit – Meine Zeit, Stopp dem Zeitklau». Immer mehr verschwindet die klare Grenze von Arbeit und Freizeit. Man müsse, so Zülle, bald rund um die Uhr über Tablet und Smartphone schriftlich oder telefonisch erreichbar sein. Arbeit auf Abruf, Temporärarbeit, aber auch massenhaft Überzeit zerstückeln die immer rarer werdende Freizeit. Syna fordert klare Regelungen zur Erfassung der Arbeitszeiten, ein vernünftiges Mass an Überstunden, aber auch mail- und telefonfreie Zeiten. Die Work Life Balance müsse wieder hergestellt werden. Der Zeit für Familie sowie der Erholung ist in unserer 24 Stundengesellschaft, auch aus gesundheitlichen Gründen, wieder höchste Priorität einzuräumen.
22 Franken in der Stunde ein Muss

Stadtammann Andreas Netzte übermittelte die Grüsse des Kreuzlinger Stadtrates. Er zeigte sich erfreut über die aktive junge Beteiligung an diesem Anlass. Gerade in der heutigen Zeit, so Netzle, ist eine ausgeprägte Sozialpartnerschaft wichtiger denn je. Auch Stadträtin und Gewerkschafterin, Barbara Kern, liess es sich nicht nehmen und rief in ihrer Grussbotschaft klar zur Annahme der Mindestlohninitiative am 18. Mai auf. 22 Franken in der Stunde bei voller Leistungsfähigkeit sei heutzutage ein Muss. Othmar Widmer, Regionalpräsident der Syna Ostschweiz, rief zu mehr Solidarität zwischen Jung und Alt aber auch zwischen Schweizer und Ausländer auf.

Markus Hess für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt
Ein gewerkschaftliches Urgestein durfte Zentralsekretär Ernst Zülle ehren. Markus Hess, welcher über 30 Jahre als Vorstand amtet, ist seit seiner Lehre als Sanitärinstallateur bei der Syna und der Vorgängergewerkschaft CMV dabei. Dank Leuten wie Markus Hess konnten wichtige  Errungenschaften wie die Arbeitslosenversicherung und die Pensionskasse eingeführt, aber eben auch gute Gesamtarbeitsverträge ausgehandelt werden. Wir sind Markus Hess für die 50 Jahre Treue zum Berufsverband zu grossem Dank verpflichtet, so Zülle. Bei den Wahlen wurden Ramona Zülle als Präsidentin, Carmine Gallo als Aktuar, Gino Gaccioli als Kassier, Markus Hirzel, Markus Hess und Ernst Zülle als Beisitzer sowie Wolfgang Kohler und Roman Widler als Rechnungsrevisoren bestätigt.

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