/// Rubrik: Kultur

Rollbrettfahrer, Freunde und Künstler

Konstanz – Die Ausstellung «Holz & Beton» im Grossen Saal des Konstanzer Neuwerks zeigt von 5. bis 11. April Werke der beiden Künstler Axel Görger und Jocko Weyland. Vernissage ist am Samstag, 5. April.

Jocko Weyland fotografiert unter anderem verlassene Gebäude. (Bild: zvg)

Jocko Weyland fotografiert unter anderem verlassene Gebäude. (Bild: zvg)

Von San Diego, in den späten 50er Jahren die Wiege des Skateboardfahrens, bis nach Freiburg, wo sich der Virus in den späten 70er Jahren auszubreiten begann, halten Axel Görger und Jocko Weyland nach einem Zusammentreffen in Kalifornien seit über 25 Jahren eine Verbindung, die mit ihrer gemeinsamen Leidenschaft zu tun hat: Auf einem simplen Brett zu fahren, welches durch Metallachsen an vier Urethanräder montiert ist.

Photos, Installationen und mehr
In ihrem photographischen Werk beschäftigen sich die beiden entweder mit dem Skateboarden selbst oder mit den Strukturen, die Skater finden und/oder bauen. Dies führt zu einer eher formalistischen Annäherung an Form und Raum des befahrbaren Geländes und es sind dabei nicht nur die ästhetischen Gesichtspunkte auf die Wert gelegt wird, sondern vielmehr die beiden Grundelemente Holz und Beton.

Die ausgestellte Installation enthält unter anderem Trümmer des Bauernhauses aus dem 19. Jahrhundert, das Görger derzeit in Münstertal renoviert. An den Wänden hängen dichterische und photographische Dokumentationen von Gebäuden oder Objekten, auf die sie bei der Suche nach befahrbaren Skatespots gestossen sind. Durch eine scheinbar planlose aber dennoch bewusst arrangierte Auswahl an Brettern, Wagenrädern, Türen und alten Skiern – früher alltäglichen und nunmehr historischen Gegenständen – wird sowohl Vergangenheit als auch Zukunft dargestellt, indem sie die Dinglichkeit als Motiv für die Zweckentfremdung der künstlichen, uns umgebenden Welt nutzt.

Auf der einen Seite Wiedergeburt, auf der anderen Zerfall, die Vergänglichkeit der Körper, Altersschwäche, Ruinen und zugleich die Anmut des Todes. Umgekehrt kann aber das Vergängliche und Vernachlässigte in seinem Alterungsprozess auch unvergesslich schön sein und somit einen Anlass für Wiederverwendung und Neuinterpretation schaffen.

Flyer der Ausstellung. (Bild: zvg)

Flyer der Ausstellung. (Bild: zvg)

Kameradschaft und Abenteuer
Görgers Fotos vom Bau und der Vollendung des Linzer Minus Bowl haben Schaffen, Kameradschaftsgeist und Neumachen zum Thema, wohingegen Weylands Bilder von verlassenen Ebenen in Nevada, Detroit, Michigan, Red Hook und Brooklyn dokumentieren wollen, dass trotz der Stilllegung immer noch Platz ist für Spass, Brauchbarkeit und Abenteuer. Die Zusammenarbeit der beiden Künstler wird für den Betrachter auch dreidimensional erfahrbar sein; Altes wird in Neues umgewandelt und eine neue Sichtweise auf Altes wird durch unbekannte visuelle und olfaktorische Effekte eröffnet.

Beschallt wird die Vernissage von Sergeant Pfeffer, zur Finissage wird die Konstanzer Country-Band «Death Machine» den passenden Schlussakkord setzen.

Präsentiert wir die Veranstaltung vom Kulturbüro Konstanz, dem Fotofachgeschäft «Lichtblick» in Konstanz und «Screwed Skateboard Hardware».


Axel Görger & Jocko Weyland, «Holz & Beton», Kunstausstellung.
Neuwerk, Grosser Saal, Oberlohnstrasse 3, 78467 Konstanz.

Vernissage: Samstag, 5. April, 20 Uhr.
Finissage: Freitag, 11. April, 20 Uhr.
Täglich ab 18.30 Uhr geöffnet/ Eintritt: frei.

Jocko Weyland ist der Autor des Buches «The Answer is Never» (groove press,2002), «The Powder» (dashwood books,2011) und schreibt für die New York Times , Apartamento, Vice magazine, Cabinet , San Francisco Arts Quarterly und andere Publikationen. Seit dem Jahr 2003 veröffentlicht er das regelmässig erscheinende «Elk» Zine aus dem mittlerweile auch «Elk Books» und die Namengebende «Elk Gallery» entstanden sind. Seine Fotografien, Kugelschreiberzeichnungen und Bilder wurden unter anderem bei «Fakespace» in Beijing, Franklin Parrasch und bei Kerry Schuss in New York ausgestellt. Weyland wird von der Gallerie Kerry Schuss präsentiert und lebt in Arizona, wo er als Kurator im Museum für Zeitgenössische Kunst arbeitet.

Axel Görger wurde 1966 in Baden-Baden geboren und lernte das Fotografieren und Dunkelkammertechniken schon im Kindesalter von seinem Vater. Nach der schulischen Ausbildung arbeitete er als Foto und Kamera Assistent und partizipierte bei diversen künstlerischen Projekten u. a. bei Cosima von Bonin und veröffentlichte seine Fotografien in Jazzthing, The Skateboard Mag, Boardstein und anderen Publikationen. Zur Zeit stellt er in Eigenproduktion massgeschneiderte Betonblöcke her, die Verwendung in Skateboard Skulpturen überall in Europa finden.

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