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Senntumsmalerei

Bürgeln – Der Landschlachter Emil Frei stellt in der Kunststube in Bürglen Appenzeller und Toggenburger Bilder aus.

Bild: Emil Frei, 80 x 40 cm, Acryl auf Leinwand, 2013

Bild: Emil Frei, 80 x 40 cm, Acryl auf Leinwand, 2013

Der Bauernmaler Emil Frei, geboren 1948, ist in Hemberg in einer grossen Bergbauernfamilie aufgewachsen, was den Künstler für seine Malerei geprägt hat. Im Jahre 1958 kam er mit seinen Eltern in den Thurgau nach Hauptwil. Nach der Schulzeit war Frei in der Landwirtschaft tätig, mit Auslandaufenthalten zuerst in Liechtenstein, dann in den USA und Australien. Nach seiner USA-Zeit arbeitete er einen Sommer lang auf dem Landwirtschaftsbetrieb der Mühle Bürglen. Damals hätte der Künstler sich nicht träumen lassen, dass er einmal eine Bilderausstellung in Bürglen haben würde, in der Kunststube bei Ralf Abati und Simon Frei. Somit hat er auch eine private Beziehung zu Bürglen, sogar ein gewisses Heimatgefühl.

In der Ferne die Heimat lieben lernen
Wesentlich ist, dass er in seinen frühen Zwanzigern die Welt bereisen konnte, es war die «neue Welt» – Amerika und Australien. Er lebte und arbeitete mehr als vier Jahre lang im Ausland. Bei Emil Frei ist man versucht zu sagen: «Nur wer die Fremde kennt, beginnt die Heimat richtig zu lieben!» Der Kontrast zwischen weiter Welt und Toggenburger Höger oder Appenzeller Heemetli hat den Künstler sicher nachhaltig geprägt.

Der heutige Pensionär war fast vierzig Jahre als Tankwagen-Chauffeur tätig. Er ist verheiratet, Vater
von drei erwachsenen Kinder und wohnt seit 37 Jahren in Landschlacht am Bodensee. Emil Frei hat
1978 angefangen zu malen, als Autodidakt, was allen Senntumsmalern eigen ist. Er unterscheidet
sich aufgrund des Materials wie des Stils von anderen Bauernmalern. Anfänglich verwendete er
Gouachefarben auf Hammerpapier (Aquarellpapier), seit 2005 malt Emil Frei mit Acryl-Farben auf
Leinwand und Holz. Jetzt, wo er pensioniert ist, hat er die genügende Ruhe und endlich auch den
zeitlichen Freiraum, um alles auszuprobieren, was ihm vorschwebte. Seiner Frau Trudy ist es zu
verdanken, dass er 1993 seine erste Ausstellung im Eigenhof in Weinfelden lancierte und bereit war,
seine Bilder der Öffentlichkeit vorzustellen.

Seine Kunst ist schon so beschrieben worden: «Seine Bilder sind exakte Bilderbögen des echten
Senntums der Appenzeller und Toggenburger Bauernwelt, seine Sennfahrten scharf beobachtete,
strenge Darstellungen der prozessionshaften Alpaufzüge oder -abfahrten, echt unverfälscht wie in
der Realität dieser bewahrenswerten Tradition. Der Künstler malt so aus Ehrfurcht vor dem Überlieferten.» Die Werke strahlen Ruhe und Zufriedenheit aus: «Man merkt, dass für Frei ein solches Bild mehr bedeutet als nur ein Hobby.»

Ausstellung in der Kunststube, Bürglen:
3. April bis 11. Mai 2014, Donnerstag bis Sonntag, 14 von 19 Uhr. Der Künstler ist jeweils anwesend.
Sulgerstrasse 1, 8575 Bürglen, zwischen Post und Restaurant Ochsen.

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