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Centrotherm soll Veranstaltungshaus werden

Konstanz – Vor vier Jahren wurde die Idee eines Konzerthauses auf Klein-Venedig vom Konstanzer Stimmvolk abgelehnt. Mit der Insolvenz von Centrotherm und ihrem damit leerstehenden Neubau scheint die Standortfrage für den Konstanzer Gemeinderat nun erledigt. Doch erneut regt sich Widerstand.

Aus dem Neubau der insolvent gegangenen Solarfirma Centrotherm soll ein Veranstaltungshaus entstehen. (Bild: ek)

Aus dem Neubau der insolvent gegangenen Solarfirma Centrotherm soll ein Veranstaltungshaus entstehen. (Bild: ek)

Es tönt ähnlich wie bei der Kreuzlinger Schwimmhalle: Von einer einmaligen und historischen Chance sprach Oberbürgermeister Uli Burchardt. Damit meint er die Möglichkeit, das  markant weisse Gebäude der insolvent gegangenen Solarfirma Centrotherm zu erwerben. Daraus soll ein Veranstaltungshaus und der neue Hauptsitz der Industrie- und Handelskammer (IHK) Konstanz werden. Die Gründe dafür scheinen überzeugend: Eine gute Verkehrsanbindung und genügend Parkplätze sind vorhanden, die Lage am Seerhein ist ansprechend und das danebenliegende Grundstück bietet die Möglichkeit eines Konzerthauses für internationale Künstler. Der Konstanzer Gemeinderat war von diesen Punkten überzeugt. Mit einer deutlichen Mehrheit beauftragte dieser die Konstanzer Verwaltung, einen Kaufvertrag mit der Solarfirma auszuhandeln.

Geheimhaltungstaktik
Verhandlungen, die der Oberbürgermeister anscheinend schon seit Januar führt, wie Hanna Binder von der SPD beklagte. Das dennoch nur wenig Informationen zu Kosten und Zustand des Gebäudes vermittelt wurden, hält sie für eine Geheimhaltungstaktik des Bürgermeisters. Auch die Geschwindigkeit, mit welcher die Stadt und die  IHK den Kauf vorantreibe sei bedenklich. Bereits Ende April soll der Kaufvertrag druckreif sein, die Volksvertreter hätten so gar keinen Einfluss auf den Inhalt der Verträge.

Wahlkampfthema Konzerthaus
Noch klarer wurde Holger Reile von der Linken Liste. Er sieht in den bereits fortgeschrittenen Verhandlungen ein Manöver, den Gemeinderat zur Zustimmung des Projekts zu zwingen. Die Linke Liste fordert, zuerst einen Bürgerentscheid durchzuführen, ob in Konstanz überhaupt ein Kongress- und Konzerthaus gewünscht sei. Denn dies ist alles andere als Gewiss: Bereits zweimal hat das Konstanzer Stimmvolk sich gegen ein Konzerthaus am Standort Klein-Venedig ausgesprochen. Ob die Konstanzer heute für ein Projekt in der Grössenordnung  von 50 bis 100 Mio. sind, ist fraglich. Zu reden geben wird das Centrothermgebäude bestimmt noch als Wahlkampfthema, denn in
zwei Monaten stehen in Konstanz Gemeinderatswahlen an.

 

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One thought on “Centrotherm soll Veranstaltungshaus werden

  1. Bruno Neidhart

    Dass die Linke alles ablehnt, was nur nach „Kultur“ riecht und eben etwas kostet, ist reichlich bekannt! Dass sich die Stadt interessieren muss, was sich aktuell bei „Centrotherm“ abspielt, hier ihre Interessen grundsätzlich wahren muss, das Gespräch mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) sucht, mit einer Institution, die ihren Anspruch, in Konstanz zu residieren, also am Rande des von ihr vertretenen Bezirks, das bis in die Hochrheingegend gegenüber Basel reicht, immer wieder zu verteidigen hat, ist regionalpolitisch geboten. Wenn sich dann noch Möglichkeiten ergeben, das unbewältigte Kulturthema „Konzerthaus“ damit zu verbinden, ist das kein „Manöver“, wie der Linke Reile moniert, sondern aufmerksame, aktive Politik für die Stadt und ihre Zukunft sowohl auf wirtschaftlicher, wie auf kultureller Ebene.

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