/// Rubrik: Kultur

Rosen werden wieder sichtbar

Kreuzlingen – Im Rosenegg hat die zweite Etappe der Gesamtrenovation begonnen. Das Hinterhaus soll noch dieses Jahr bereit für Ausstellungen sein.

Die Stuckaturen bekommen noch einen Schlussanstrich. (Bild: ek)

Die Stuckaturen bekommen noch einen Schlussanstrich. (Bild: ek)

«Keinen Fehltritt bitte, sonst haben wir ein Loch in der Decke», warnt Architekt Markus Amstutz bei der Führung durch das in Renovation befindliche Haus Rosenegg. Die Deckenkonstruktion liegt kahl vor den Besuchern da, wo früher Verputz und Füllung zwischen den Dachbalken war, sieht man nun den Stuck von der Decke durchschimmern.

«Entsammeln»
«Das sah nicht immer so aufgeräumt aus», gibt Museumsleiterin Heidi Hofstetter zu. Der Dachboden habe über alle Jahre als Lagerraum für Bewohner, Schule und Museum gedient. Darum ging es am Anfang der Renovierungsarbeiten erstmal ans «entsammeln», wie Hofstetter die  Aufräumarbeiten nennt. Doch nicht nur die Kulturgüter, sondern auch die verwendeten Baumaterialien glichen einer Zeitreise. Die Holzbalken etwa stammen aus dem Jahr 1660 und die Füllung dazwischen bestand aus Torf und Isoliermaterial aus den 50er und 70er Jahren. Daneben fanden die Handwerker auch ganz natürliche Zeiterscheinungen, wie Pilzbefall und Wasserschäden. «Auch die Statik ist eines der Hauptthemen bei der Renovierung», erklärten die beiden Altbauexperten Elmar Raschle und Adrian Naef.

Begibt man sich hinab in die Wohnräume des Hinterhauses, wird die oben gehaltene Geschichtsstunde zur Realität.  «Wunderbar, was für Räume zum Vorschein kamen», war selbst Hofstetter überrascht.  Die Wände wurden innen und aussen gereinigt, nun werden die Verzierungen und Malereien noch auf Hochglanz gebracht. Selbst ein paar neue Rosenreliefs wurden wieder sichtbar. Für die ehemaligen Wohnräume hat das Rosenegg schon einen Nutzen gefunden. So sollen längerfristige Wechselausstellungen, die Geschichte Kreuzlingens, Portraits von Kreuzlinger Familien und die frühere Wohnkultur den Besuchern nähergebracht werden. Wo früher jedoch die Räume vollgestellt waren, sollen heute die Wände für sich selber sprechen, erklärt Hofstetter.

Sparen für den Schlussanstrich
Die Renovierungskosten für den Altbau belaufen sich auf rund eine Million Franken. Die Hälfte davon übernimmt die Stadt, der Rest wurde durch private Sponsoren ermöglicht.  Doch die Arbeit ist auch dann noch nicht getan. Denn schon wird für die dritte Etappe der Gesamtrenovation gespart, sagt der Präsident des Stiftungsrats Otto Walthert. Dabei muss das Vorderhaus einer Aussenrenovation unterzogen werden.

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