/// Rubrik: Region

«Du tust uns erpressen!»

Gottlieben – Die Emotionen gingen hoch an der Gemeindeversammlung in Gottlieben. Zankapfel war wiedermal das Parkplatz-Reglement.

Frau Gemeindeammann Rosmarie Obergfell in der hitzigen Diskussion. (Bild: ek)

Frau Gemeindeammann Rosmarie Obergfell in der hitzigen Diskussion. (Bild: ek)

«Die Firmen werden vorgezogen, wir Anwohner kommen immer zuletzt!», machte eine Gottlieberin ihrem Ärger an der Gemeindeversammlung Luft. Für sie löse die geplante Änderung des Parkplatzreglements die Probleme immer noch nicht. Vergangenen Dezember hatte der Gemeinderat den Bürgern schon einen Vorschlag unterbreitet, welcher abgelehnt wurde.

Damals hätten Parkuhren die besonders am Wochenende chaotische Parkplatzsituation regeln sollen. Im neuen Vorschlag werden die rund 65 Parkplätze auf öffentlichem Gottlieber Grund in blaue Zonen umgewandelt. Für 360 Franken kann man sich dann bei der Gemeinde eine Parkkarte für ein ganzes Jahr lösen. «Es kann nicht mehr länger angehen, dass man auf öffentlichem Grund gratis parkieren kann, ohne sich an den Kosten zu beteiligen», stellte Frau Gemeindeammann Rosmarie Obergfell die Änderung vor.  Bei dieser könne nicht jeder seine Partikularinteressen durchsetzen. So pragmatisch sah es auch ein anderer Bürger: «Es gibt keine perfekte Parkplatzordnung in Gottlieben, doch die Vorlage ist ein guter Kompromiss.» Die Leute seien nur verärgert, dass sie jetzt zahlen müssten, ohne einen festen Parkplatz zu haben.

In jedem Fall blaue Zone
Ein Kompromiss, der für für die Gegner des neuen Reglements in ein Dilemma führte. Denn die blauen Zonen würden trotz Ablehnung sowieso eingeführt, nur ohne Einnahmen der Parkplatzkarten in Höhe von jährlich 15000 Franken. «Du tust uns erpressen!», stiess eine Gottlieberin erbost aus. Doch das Geld wollten sich die Stimmbürger offenbar doch nicht entgehen lassen. Mit einer knappen Mehrheit von 27 Ja- zu 21 Nein Stimmen bei zwei Enthaltungen wurde die Änderung des Reglements zur Parkplatzbewirtschaftung angenommen.

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