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Kardiologen mit eigener Praxis

Kreuzlingen – Dr. Michael Pieper war elf Jahre lang Chefarzt der Kardiologie am Herz-Neuro-Zentrum Bodensee. Am 7. Juli eröffnet er zusammen mit seinem ehemaligen Kollegen Dr. Henning Steen eine eigene Praxis am Rondo.

Viele Worte verlieren beide Ärzte nicht mehr über ihren bisherigen Arbeitgeber, der ganz aktuell wieder in die Schlagzeilen geraten ist (wir berichteten). Dass es – wie die Klinik in einer Stellungnahme behauptet – um keine erhöhten Fluktuationen in der Kardiologie handeln solle, lässt die beiden Mediziner allerdings den Kopf schütteln: «Das stimmt einfach nicht.» Die Kardiologie als Herzstück der Herzklinik sei nicht handlungsfähig. Pieper, der vom HNZB entlassen wurde, hat übrigens gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber eine Klage wegen Rufschädigung eingereicht und verlangt 100000 Franken Entschädigung.

Dr. Michael Pieper und Dr. Henning Steen eröffnen am 7. Juli ihre eigene Kardiologie-Praxis am Rondo in Kreuzlingen. (Bild: Thomas Martens)

Dr. Michael Pieper und Dr. Henning Steen eröffnen am 7. Juli ihre eigene Kardiologie-Praxis am Rondo in Kreuzlingen. (Bild: Thomas Martens)

Wichtiger ist den beiden Kardiologie-Experten aber, nach vorne zu schauen. Denn beide haben schliesslich noch einige Berufsjahre vor sich. Mit ihrer eigenen Praxis wollen Pieper (58) und Steen (42) jetzt eine herzmedizinische Lücke in der Region schliessen: «Wir verfügen über ein MRT-Gerät.» MRT steht für Magentoresonanztherapie. Der Patient wird dabei in eine Art Röhre geschoben. Ohne jegliche «schädliche Strahlung» kann dabei das Herz perfekt durchleuchtet werden. «Verengungen oder Durchblutungsstörungen können wir damit recht schnell und einfach diagnostizieren», erklärt Dr. Steen.

Der Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie war von 2004 bis 2013 klinischer und wissenschaftlicher Leiter des Kardio-MRT der Universität Heidelberg und bis vor wenigen Wochen noch Leitender Arzt am HNZB. Hier wollte er nach eigenen Worten die MRT-Diagnostik ebenfalls etablieren, jedoch ohne Erfolg. Für ihn und Pieper liegen die Vorteile auf der Hand: «Wir müssen den Patienten nicht aufschneiden und auch keine Katheter legen, um eine Diagnose zu erstellen.»

Doch nicht nur im Bereich der Diagnose wollen die beiden Experten weiterhin aktiv sein. «Wir betreuen unsere Patienten vollumfänglich.» Allfällige Operationen sollen in bestimmten Kliniken vorgenommen werden, mit denen die beiden kooperieren. Das HNZB ist aber nicht dabei.

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