/// Rubrik: Kultur

Tolle Musik und ganz grosse Gefühle

Kreuzlingen – Am 10. Juli ist Premiere im See-Burgtheater. Gezeigt wird Carmen, die beliebteste und meist aufgeführte Oper überhaupt. Kenner dürfen sich auf eine aussergewöhnliche Fassung freuen. Alle anderen sollten sich die Chance nicht entgehen lassen, endlich einen Klassiker abzuhaken.

Das sechsköpfige Ensemble in der Stierkampfarena. (Bild: Mario Gaccioli)

Das sechsköpfige Ensemble in der Stierkampfarena. (Bild: Mario Gaccioli)

Sommerzeit ist See-Burgtheater-Zeit. Das wissen alle Theaterfans der Region. Ihnen gilt der Besuch der Bühne, sei sie nun im Maisfeld, am Seeufer oder wie in diesem Jahr oberhalb der Seeburg aufgebaut, als Pflichttermin. Journalisten hingegen haben als ihren Jour fixe das alljährliche Pressefrühstück vorgängig der Premiere lieb gewonnen. Hier berichten Regisseur Leopold Huber und sein Team über die aktuelle Produktion und wie sie es schaffen, diese routiniert, aber niemals langweilig, auf die Bühne zu bringen.

Wildes Weib und braver Mann
Mit «Carmen» erzählt das See-Burgtheater heuer die Geschichte einer glühenden, aber aussichtslosen Liebe, inszeniert als Theaterstück nach einer Novelle von Prosper Mérimée. Eine «eingedampfte» Version, oder in den Worten von Leopold Huber: «Ich habe das Stück auf seinen Kern konzentriert, auf die Essenz.» Die Figuren flirten, streiten und spotten, schlussendlich geht es um die ganz grossen Gefühle, und am Ende wird gemordet.
Ausgetragen wird der Kampf der Geschlechter in der von Klaus Hellenstein gestalteten rostroten, schmuddeligen Stierkampf-Arena. «Ein Bergler, ein ganz gerader Michel, ein Schweizer», so beschreibt Huber diesen Don José, der verführt wird von einer Naturgewalt namens Carmen – bis er von ihr besessen ist und es zum tragischen Ende kommt. «Am Ende geht es um die Dummheiten, die wir aus Liebe machen.»

Dazu gibt’s tolle Musik zu hören: Die SchauspielerInnen singen alle Klassiker von Georges Bizet – das Liebesduett, die Kartenarie, das Ziegeunerlied – ohne die Carmen nicht komplett wäre. Begleitet werden sie von einem siebenköpfigen Orchester um Bandleader und Tasten-Akrobat Volker Zöbelin.

Alte und neue Gesichter
Dem Publikum bekannt sein dürften die SchauspielerInnen Alexander Peutz, Erich Hufschmid, Christian Intorp und Lotti Happle. Sie bevölkerten Leopold Hubers Stücke schon in den vergangenen Jahren. Die Leadrolle wird mit Laura Angelina Palacios allerdings von einer echten Newcomerin gespielt: Die junge Zürcher Schauspielerin hat gerade ihre Ausbildung in Berlin abgeschlossen und mit der Rolle der heissblütigen Zigeunerin ihr erstes grosses Engagement. «Ich wollte diese Rolle unbedingt haben», sagt sie. «Die Geschichte begleitet mich schon mein Leben lang. Carmen ist in Spanien so etwas wie Heidi in der Schweiz.»

Und auch Daniel Ris, in der Doppelrolle als Zungia und Garcia, betritt zum ersten Mal die Seeburg-Bühne. Sein Versprechen ans Publikum lautet folgendermassen: «Sie können sich auf eine Carmen freuen, die Sie noch nie gesehen haben. Und saugute Musik!»

Carmen als zweistündiges Theater mit Musik wird vom 10. Juli bis 7. August insgesamt 20 Mal aufgeführt. Premiere ist am 10. Juli um 20.30 Uhr (Apéro beginnt um 19 Uhr). Spieldaten und Infos zum Kartenvorverkauf sind zu finden auf www.see-burgtheater.ch

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