/// Rubrik: Leserbriefe

Boulevard Initianten unglaubwürdig

Leserbrief – Im Frühjahr 2013 habe ich mit meiner Unterschrift die Initianten für einen verkehrsfreien Boulevard unterstützt, weil ich überzeugt bin, dass eine Fussgängerzone der einzig richtige Weg ist. (Maria Schneider, Kreuzlingen)

(Bild: Archiv)

(Bild: Archiv)

Die bisherige Abwicklung dieser Volksinitiative ist schlicht und einfach ein Skandal. Bereits der Stadtrat hat sich bis heute äusserst schwach und ratlos verhalten und der Gemeinderat hat zu diesem Debakel noch den letzten Rest von Überforderung gezeigt.

Enttäuscht bin ich aber auch von den Initianten dieser Initiative. Beim kleinsten Windstoss lassen sie ihre Prinzipien fallen wie eine heisse Kartoffel. Es kann doch nicht sein, dass mit viel Elan und grossem Engagement das leidige Thema Boulevard aufgegriffen wird und dann kurz vor der Volksabstimmung bereits ein möglicher Rückzug zur Diskussion steht.

Ich glaube auch nicht an einen Konsens am Runden Tisch. Die Vertreter des Gewerbes und des Quartiervereins Bodan wollen keine Fussgängerzone. Ihnen ist eine Blechlawine, die an ihren Geschäften vorbei nach Konstanz fährt lieber, als Fussgänger, die gerne in einer Flaniermeile einkaufen würden. Ich erwarte von den Initianten, dass sie mit ihren Argumenten am Runden Tisch, mich und alle anderen Mitunterzeichnern nicht enttäuschen und eine Volksabstimmung durchsetzen. Uns Kreuzlinger Stimmbürger und Steuerzahler sollten die Unprofessionalität und Gleichgültigkeit durch den Stadtrat und den Gemeinderat zu denken geben. Wollen wir diesen Gremien künftige Riesenprojekte wie die Schwimmhalle oder das Stadthaus zutrauen? Ich auf jeden Fall nicht.

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3 thoughts on “Boulevard Initianten unglaubwürdig

  1. Bruno Neidhart

    Nur weil Sie persönlich „überzeugt sind“, dass Ihr Weg „der einzig richtige Weg“ sei, den Boulevard funktionstüchtiger zu gestalten , kann nicht von „Unprofessionalität und Gleichgültigkeit“ anderer die Rede sein, handelt es sich bei diesem Projekt doch um eine veritable gestalterische Zentrumsaufgabe, bei der sehr viel mehr Fragen in die Zukunft hinein zu erörtern und zu lösen sind, als dass es eine simple „Volksinitiative“ auszudrücken vermag, die eben stets in aller Regel „einspurig“ daher kommt!

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    1. Ruedi Anderegg

      Die Volksinitiative hätte gemäss Gemeindeordnung bereits vors Volk gehört. Da gibt es nichts daran herumzukritteln ! Frau Schneider hat recht wenn sie schreibt, dass über den Wunsch der über 880 Unterzeichner endlich abgestimmt wird. Ob die Fussgängerzone der einzig richtige Weg ist, ist hier nebensächlich !

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      1. Bruno Neidhart

        Man sollte nur über etwas abstimmen, was „Hand und Fuss“ hat und konkret umzusetzen ist. Initiativen haben es oft in sich, nur eine Richtung zu artikulieren, die sich dann aber nachher als nicht durchführbar herausstellt. Gedient ist so niemandem. „Ein grosser Wurf“ ist hier nur über eine kreative Vorarbeit aller an einer Lösung Interessierten denkbar, die wirklich alle Aspekte eines als „Problem“ dargestellten Komplexes der mehrheitlich direkt Involvierten zu erfassen vermag.

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