/// Rubrik: Stadtleben

Pädophiler muss ein Jahr hinter Gitter

Kreuzlingen – Am Mittwoch verurteilte das Kreuzlinger Bezirksgericht einen Pädophilen zu einer teilbedingten Haftstrafe von 36 Monaten. Unter anderem wirkte sich strafmildernd aus, dass der Mann seit 2008 freiwillig in Therapie ist.

Der heute 45-Jährige hatte sich ab 2001, teilweise über mehrere Jahre hinweg, das Vertrauen von verschiedenen Eltern und deren Kindern erschlichen. Er gab sich dabei als Babysitter oder als Gitarrenlehrer aus, in zwei Fällen amtete er als Götti der Jungen. Die Kinder waren zwischen drei und 13 Jahren alt. Er berührte sie im Genitalbereich über den Kleidern, er filmte sie heimlich unter dem Tisch oder wenn sie auf die Toilette gingen. In einem Fall zeigte er sich nackt, legte sich auch nackt zu dem Knaben, den er auch küsste.

(Bild: Archiv)

(Bild: Archiv)

Im schlimmsten Fall berührte er einen Dreijährigen beim Windeln wechseln bis zu 25 Minuten lang am Penis – derart fest, dass es zu Hautabschürfungen kam. Dies geschah 2008 und insgesamt fünf Mal. Die Videos seiner Taten benutzte er dann, um zu onanieren. Weil die Eltern bemerkten, dass mit ihrem Kind etwas nicht stimmte, wurde er entdeckt.

Für diese Taten forderte die Staatsanwaltschaft fünf Jahre Haft. Die Verteidigung führte strafmildernde Umstände ins Feld: Der Mann ist geständig, er wurde selber missbraucht, hatte eine schwierige Jugend. Laut Gerichtsgutachten ist er durch eine psychische Erkrankung vermindert schuldunfähig. Schon seit Jahren unterzieht sich der Mann freiwillig einer Gesprächstherapie und bekommt Medikamente, die seinen fehlgeleiteten Trieb dämmen. Der Pflichtverteidiger des Mannes forderte darum eine teilbedingte Strafe, deren Vollzug aber aufzuschieben sei, so lange sich der Mann einer Therapie unterzieht.

Schuldig der Schändung
Letzterem folgte das Kreuzlinger Bezirksgericht in seinem Urteil nicht: Die Therapie könne auch im Gefängnis weitergeführt werden. Der Mann erhielt eine teilbedingte Strafe von 36 Monaten und muss eine Busse von 900 Franken bezahlen. Davon werden 18 Monate vollzogen, wobei die 149 Tage in Untersuchungshaft eingerechnet werden. Das Gericht sprach den Angeklagten im schlimmsten Fall der mehrfachen Schändung schuldig. Er ist ausserdem der mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern schuldig.

Der Angeklagte muss also effektiv nur mehr rund 13 Monate ins Gefängnis. Dabei muss er seine Therapie auf unbestimmte Zeit fortführen. Er muss ausserdem rund 21’000 Franken an Gerichtskosten zahlen. Zwei der Opfer erhalten eine Genugtuung von 600 bzw. 200 Franken. Das Gericht folgte der Staatsanwaltschaft hinsichtlich der Qualifikation der Taten, bezüglich Strafmass jedoch der Verteidigung. Es anerkannte den Willen des Mannes, sich zu ändern und bewertete seine positive Entwicklung und dass er nie Gewalt angewendet hatte als strafmildernd.

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