/// Rubrik: Artikel

«Es geht auch ohne Steuererhöhung»

Kreuzlingen – Etwas mehr als einen Monat vor der Abstimmung meldet sich das Komitee Egelsee-Ja zu Wort. Die Schwimmhalle ist das richtige Projekt zur richtigen Zeit, sagen ihre Befürworter. Die Kosten dafür sind vernünftig und vertretbar – und ohne Steuererhöhungen zu stemmen.

Sie sehen eine Chance für Kreuzlingen und kämpfen deswegen für ein Ja an der Urne: (V.l.) Paul Stähli, Christian Brändli, René Knöpfli, Daniel Moos, Dino Lioi, Reto Oberhänsli, Roger Schläpfer und Urs Oberhänsli. (Bild: sb)

Sie sehen eine Chance für Kreuzlingen und kämpfen deswegen für ein Ja an der Urne: (V.l.) Paul Stähli, Christian Brändli, René Knöpfli, Daniel Moos, Dino Lioi, Reto Oberhänsli, Roger Schläpfer und Urs Oberhänsli. (Bild: sb)

Am 28. September findet der Schwimmhallen-Showdown statt. Für den Kampf um die Abstimmung über das Schwimm- und Freizeitbad haben sich die Kontrahenten jetzt in Stellung gebracht. Nachdem in der vergangenen Woche die Gegner ihre Argumente vortrugen, trat am Dienstag die Kerngruppe des Ja-Komitees an die Öffentlichkeit. Diese besteht aus Vertretern von FDP, SP und Freier Liste, aus Unternehmern sowie Sportlobbyisten. Vor allem den Sparern und Kosten-Mahnern unter den Gegnern nehmen sie den Wind aus den Segeln und zeigen sich überzeugt: «Es braucht keine Steuererhöhung.»

Kosten sind niedriger
Verständnis zeigen sie für jene Stimmbürger, die bisher von den Kosten verschreckt wurden: Das neue Egelsee soll 32 Millionen Franken kosten, optional noch fünf Millionen Franken zusätzlich für den Thermal- und Warmwasserbereich . «Hierbei handelt es sich aber um die Brutto-Investition», erklärt Finanzfachmann René Knöpfli, Vizepräsident des Sportnetzes. Ziehe man die zugesicherten Beiträge von Kanton (3,7 Millionen Franken), Bund (mindestens zwei Millionen Franken), Tägerwilen (500000 Franken) und den Vereinen (250000 Franken) ab, verbleiben noch 25,5 Millionen Franken (ohne Attraktivitätssteigerung). Abzuziehen sei ausserdem der Betrag von 4,5 Millionen Franken aus dem bestehenden, zweckgebundenen Fonds der Stadt. «Wir sprechen also von einer Netto-Investition von 21 Millionen Franken», betont Knöpfli.

FDP-Gemeinderat Christian Brändli erwähnt den Finanzplan, der mit dem Budget vom Volk angenommen worden ist. «Bis 2022 sieht dieser keine Steuererhöhung vor.» Diese Zahlen seien vertrauenswürdig, die Berechnungen seriös. Brändli ist ausserdem davon überzeugt, dass die Schule ihre Steuern senkt, wenn das Egelsee von der Stadt übernommen wird. «Ein Nein kommt uns teurer.»

Die Alternative zum neuen Egelsee wäre nämlich die Renovation des bestehenden Egelsees und des Lehrschwimmbeckens der Pädagogischen Maturitätsschule, mit der zusätzlichen Erweiterung des Hörnlis durch ein Winterdach. Gemäss den unabhängigen Berechnungen qualifizierter Fachleute sollen dabei Sanierungskosten von acht bis zwölf Millionen Franken und zusätzliche  Investitionen von zehn bis 13 Millionen Franken anfallen, argumentiert das Ja-Komitee. Die Betriebskosten seien mit rund drei Millionen Franken pro Jahr zu veranschlagen. Dem gegenüber stehen 2,2 Millionen Betriebskosten, welche die geplante Schwimmhalle benötigt.

Hervorragendes Projekt
Reto Oberhänsli weiss, dass diese 2,2 Millionen «grosszügig gerechnet und von anerkannten Fachleuten geprüft wurden. Effektiv werden sie niedriger sein.» Beim Schwimm- und Freizeitbad Egelsee handelt es sich um ein «ausgeklügeltes und sinnvolles», ja schlichtweg «geniales» Projektes, lobte der Präsident des Sportnetzes mehrfach.

Die Qualität des Vorhabens wird dabei absurderweise selbst von den Widersachern nicht bestritten. Wohl aber der Standort. «Dabei ist dieser perfekt, ideal an den ÖV angebunden und gut erschlossen», setzte Paul Stähli, Präsident der «Freunde der Schwimmhalle», dem entgegen. «Es befindet sich im Zentrum am Bildungscampus, wo rund 3000 SchülerInnen kurze Wege ins Bad haben. Zudem ist dort die Thermalwasserquelle, wodurch Wasser und Energie gespart werden können. Parkplätze hat es, entgegen der Verlautbarungen der Gegner, nicht nur 24, sondern allein auf dem Bärenplatz 257. Ich habe sie eigenhändig gezählt.»

Ein Bad fürs Volk
Das Schwimmbad Egelsee soll den Bedürfnissen von Schulen, Bevölkerung, Vereinen und Gruppen sowie der Sportler gerecht werden. «Hier wird zu jeder Zeit jeder ins Wasser können – es gibt keine Sperrzeiten», verspricht FDP-Gemeinderat und Unternehmer Roger Schläpfer. Das ist möglich, weil die Wasserfläche der drei alten Bäder zusammen, 743 Quadratmeter, mit dem neuen Egelsee auf 1765 Quadratmeter steigt. Für die alljährliche Revision müsste das Bad dann auch nicht mehr geschlossen werden – ein weiterer Vorteil, sagt Schläpfer.

Auch vom Energiefachmann gibt es Bestnoten: Die geplante Schwimm­halle nehme in der gesamten Schweiz eine Vorreiterrolle ein, was die Energiestandards betreffe, sagte Daniel Moos, Gemeinderat der Freien Liste. Ausserdem: «Mit der Schwimmhalle können wir Konstanz etwas entgegensetzen. Sie ist zukunftsgerichtet.» Die Erhöhung des Standortvorteils sieht auch SP-Gemeinderat Dino Lioi. «Unsere Stadt wächst schnell, aber viele Junge wandern ab, dabei müssen wir diese behalten. Dazu würde eine attraktive Schwimmhalle beitragen.»

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.