/// Rubrik: Stadtleben

Wissen sichtbar gemacht

Kreuzlingen – Die Zusammenarbeit zwischen Klassenlehrpersonen und Fachpersonen für Sonderpädagogik stand im Fokus einer Tagung, die am vergangenen Freitag und Samstag rund 160 Interessierte aus dem In- und Ausland an die Pädagogische Hochschule Thurgau (PHTG) in Kreuzlingen führte.

(Bild: zvg)

(Bild: zvg)

Die zweitägige Veranstaltung war geprägt von verschiedenen Einzelbeiträgen und Workshops, die aus den Reihen der Teilnehmenden angeboten und moderiert wurden. Der rege Austausch der anwesenden Lehrpersonen, Fachpersonen für Sonderpädagogik, Forscherinnen und Forscher sowie weiteren Verantwortlichen der Bildungsverwaltung und
-politik zeigte, dass das Thema der Integration in den Schulen als wichtiger und lebendiger Prozess wahrgenommen wird.

Zusammenarbeit planen
Die Idee für die Tagung entstand im Rahmen einer Studie der PHTG unter dem Namen «Kooperation im Kontext schulischer Heterogenität» (KosH). Im Fokus der im Mai 2011 gestarteten Studie steht die Zusammenarbeit zwischen Klassenlehrpersonen und Fachpersonen für Sonderpädagogik in sogenannten Förderteams.

Auswirkung auf die Ausbildung
Am Samstag prägten die Referate von Annelies Kreis, Professorin für Erziehungswissenschaften der PHTG und Tagungsverantwortliche, und Andrea Dlugosch, Professorin für Sonderpädagogik der Universität Koblenz-Landau, die Veranstaltung.

Annelies Kreis stellte in ihrem Referat in einer bildhaften Sprache und anhand von Beispielen aus dem Schulalltag Ergebnisse der Studie «Kooperation im Kontext schulischer Heterogenität» vor. Sie legte dar, wie Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen und Lehrpersonen im heutigen Schulalltag ihre Zusammenarbeit mitgestalten. Die Ergebnisse der Studie legen auch Konsequenzen für die Aus- und Weiterbildung der Regellehrpersonen und der schulischen Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen nahe.

Andrea Dlugosch, beschäftigte sich in ihrem Referat mit der Frage, «Was wirkt wie und weshalb auf die Bearbeitung schulischer Heterogenität?» Sie resümierte, dass die Betrachtung von Inklusion das Einbeziehen unterschiedlicher Ebenen, Akteurgruppen und Einzelakteure erfordert. Die Frage aus dem Plenum, ob Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen auch weiterhin unterrichten sollten, sieht die Professorin als Diskussionspunkt.

Ihre Meinung formuliert sie klar: «Tendenziell wäre es eine kluge Entwicklung, wenn sich die Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen auf eine Beratertätigkeit konzentrieren könnten.» Zurzeit seien aber die Bedingungen in den verschiedenen Systemen, sprich Schulen, sehr unterschiedlich. Andrea Duglosch betonte, dass der Weg dorthin in einem Prozess erarbeitet werden sollte, aber das brauche seine Zeit.

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