/// Rubrik: Leserbriefe

Wir tragen das Risiko alleine

Kreuzlingen – Wissen wir, was uns die Olympia-Schwimmhalle jedes Jahr kosten wird? Denn der Ersatz für die Klausengesellschaft und des Z88, die Benutzung dieses wertvollen städtischen Grundstücks, wie auch die Finanzierung (Abschreibung) der 4,5 Millionen, die durch einen legalen Buchungstrick bereits als «vorfinanziert» gelten, sind in den offiziellen Zahlen nicht enthalten. (Alexander Salzmann, Gemeinderat FDP, Kreuzlingen)

Ist Ihnen bewusst, dass der Kanton nur wegen der Sanierung seines eigenen Bads in der PMS Beiträge gesprochen hat – aber natürlich bereits Platzansprüche in der Schwimmhalle geltend macht? Wurde bei Ihnen der Eindruck erweckt, das Bad stünde immer für die Öffentlichkeit zur Verfügung, auch bei (inter-)nationalen Wettkämpfen? Auch das Bundesgeld löst Platzansprüche aus.

Was machen wir, wenn die Finanzzusagen der wenigen Aussengemeinden zum Badebetrieb nach zehn Jahren erlöschen? Haben Sie gewusst, dass Bottighofen günstiger fährt mit der Schwimmhalle, als heute in der gemeinsamen Obenstufengemeinde? Wer garantiert uns, dass das Bad nicht signifikant teurer kommt? Ursprünglich ging die Stadt ja von 17 Millionen aus. Wir Kreuzlinger Steuerzahler stehen alleine in einem nicht abschätzbaren Risiko. Und wenn der Badebetrieb teurer käme? Ich glaube, Sie ahnen es bereits…

Man solle der Jugend ein solch zugegebenermassen schönes Projekt für die Zukunft mitgeben. Ich möchte ihnen jedoch keine mindestens fünffache finanzielle Last im Vergleich zur Bodenseearena mitgeben, die dann wie ein Mühlrad am Halse hängen wird. Dafür geordnete Finanzen und für einen massvollen Ausbau unserer Wasserflächen. Dieses Projekt passt in seinen Dimensionen nicht zu unserer Stadt.

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5 thoughts on “Wir tragen das Risiko alleine

  1. Bruno Neidhart

    Mit Pessimismus ist keine Stadt zu regieren und zu gestalten. Die Initiatoren und alle Befürworter wissen, dass es ein grosses Projekt ist, welches zu stemmen wäre. Es ist bekanntlich zum guten Teil für die Ertüchtigung der Jugend gedacht („schönes Projekt“), zur Freizeitgestaltung in der Stadt und der Region, der Gesundheit bis ins hohe Alter, und selbstverständlich auch für sportliche Belange. Das alles ist kaum zu bestreiten. Aber man kann auch dagegen sein! Doch die Argumente sollten stets ein sachliches Mass beinhalten. Mit einer „Klausengesellschaft“ (in allen Ehren!) hat es wahrlich nur ganz am Rande zu tun…..

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  2. schiesser

    Naja, eine „Olympiahalle“ würde das geplante Hallenbad trotz 50-Meter-Bahn keinesfalls werden. Ausgehend von dem früher präsentierten Projekt (die Abstimmungsvorlage ist ja bisher nicht bekannt), fehlten dazu a) eine Sprunganlage b) eine Menge Zuschauerplätze und es darf vermutet werden, dass auch die Umkleideanlagen für internationale Schwimmwettbewerbe nicht ausreichen würden. Genügen würde die Halle wohl für nationale und internationale Wasserballturniere. Der Bundesrat hat ja auch 2012 in seiner Botschaft (über Finanzhilfen an Sportanlagen von nationaler Bedeutung) an die Eidg. Räte das „Schwimmsportzentrum Kreuzlingen“ ausschliesslich für ein „nationales Zentrum für die Disziplin Wasserball“ erwähnt. Man muss sich einfach entscheiden, ob man das als Stadt im geplanten Ausmass finanzieren will. Denn der Öffentlichkeit wird das neue Becken laut stadträtlichen Ausführungen an den Gemeinderat nicht vollumfänglich sondern nur „während durchschnittlich 38 Stunden pro Woche“ zur Verfügung stehen. Die restliche Zeit ist es von Vereinen, Schulen, PH genutzt. Zudem hat – wieder laut Stadtrat – der nationale Schwimmverband zugesagt, „das Bad für Wettkämpfe an rund acht Wochenenden im Jahr“ zu belegen. Aber vermutlich wäre dafür ja das „alte“ Egelsee öfter allgemein zugänglich. Die Frage bleibt einfach, ob man sich dafür das neue Bad leisten will – samt eventueller späterer Steuererhöhung (die ja niemand wirklich ausschliesst bisher)

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  3. Spada Mirko

    Sehr geehrter Herr Salzmann
    Von einem FDP-GR-Politiker erwarte ich andere Fragenstellungen und auch Argumente. Solche populistischen „Angstmacherei“ Fragen sollten Sie, Herr Salzmann, vermeiden oder Sie sollten die Partei wechseln. Das gehört nicht zur FDP. Sie können gerne dagegen sein. Das ist Ihr Recht. Bitte stellen Sie aber in Zukunft bessere Fragen oder bringen Sie bessere NEIN-Argumente. Wenn alle so Angst haben wie Sie, dann wird aus der Stadt Kreuzlingen eine „reiche und fette Schlafstadt“. Das möchte ich bestimmt nicht. Wir müssen auch einmal etwas wagen. Wir müssen endlich einmal ins „Gelingen vertraut“ sein. Sonst bleiben wir stehen.
    Hören Sie bitte das nächste Mal zu, bevor Sie wieder dagegen sind. Von einem FDP-GR-Politiker setze ich dies voraus.
    Übrigens. Falls Sie doch noch Antworten haben möchten zu Ihren Fragen, dann können wir uns gerne treffen. Ich kann Ihnen die Angst nehmen. Ich stimme mit Ja. Ohne Angst.
    Mirko Spada
    Kreuzlingen

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  4. Salzmann Alexander

    Werte Kommentierende
    Mit Angst hat das nichts zu tun, sondern mit Aufzeigen, welche Risiken auf uns zu kommen könnten – und einer Abwägung, welche Risiken ich als Steuerzahler eingehen möchte oder nicht. Wenn wir die Schwimmhalle dieses Ausmasses wollen – und man kann auch dieser Meinung sein, und es gibt valable Gründe dafür – dann müssen wir die Risiken kennen – und müssen die Risiken bewusst eingehen. Da reicht es nicht, enthusiastisch zu sein, die Jugend in der Vordergrund zu schieben und das mit den Finanzen wird dann schon irgendwie gehen. Die Attraktiviät einer Stadt („Schlafstadt“) hängt auch nicht davon ab, ob wir eine riesige Schwimmhalle haben oder nicht – da springt man wohl zu kurz.
    Noch zu Mirko Spada, der mich euerdings zu siezen scheint: In diesem Leserbrief handelt es sich um eine persönliche Meinung von mir und nicht von der FDP, einer Partei, der Mirko Spada mit viel medialem Brimborium vor einigen Monaten in Zusammenhang mit dem Schulpräsidiumskandidatur den Rücken kehrte. Und ob ich die Partei wechseln soll oder nicht, das bleibt den Parteigremien und mir vorbehalten. Ich fühle mich in der FDP nämlich sehr wohl. Mirko Spada’s emotionale Ausflüsse schaden den Befürwortnern der Schwimmhalle.

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  5. Spada Mirko

    Lieber Herr Salzmann
    Sie haben immer noch keine richtigen Fragen gestellt. Und auch keine Argumenten aufgezeigt. Die FDP habe ich verlassen, weil die FDP leider eine NEIN Partei geworden ist, wo Sie auch verantwortlich sind. Auch hier argumentieren Sie falsch. Ich wäre gerne FDP geblieben.
    Aber lassen wir es sein. Das Volk wird am Schluss immer Recht haben und ich denke nicht, dass ich mit meiner Meinung der Schwimmhalle Schaden werden. Im Gegenteil. Diejenigen, die mich kennen, wissen genau, dass ich für die Sache kämpfe ohne populistischen Fragen in den Raum zu werfen. Ich gebe Antworten. Sie stellen Fragen. Das ist der Unterschied.

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