/// Rubrik: Gesundheit

Keine Angst vor Bewegung

Jahr für Jahr kommen in der Schweiz rund 1700 Menschen bei der Ausübung alltäglicher Aktivitäten zu Tode. Acht von zehn dieser Todesfälle gehen auf Stürze zurück, betroffen sind in den meisten Fällen Seniorinnen und Senioren. Und die Tendenz ist steigend. Dies zeigt eine Auswertung der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu). Das Problem wird in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen und stellt eine der grossen Herausforderungen für die Unfallprävention dar.

In speziellen Kursen können Senioren lernen, wie sie Stürzen leicht vorbeugen. (Bild. zvg)

In speziellen Kursen können Senioren lernen, wie sie Stürzen leicht vorbeugen. (Bild. zvg)

Im Jahr 2011 starben der bfu zufolge in der Schweiz 1483 Personen an den Folgen eines Sturzes im häuslichen Umfeld. Weitere 15820 Personen zogen sich schwere Verletzungen zu oder wurden sogar invalid. Der Sturz nimmt somit unter den unfallbedingten Todesursachen den ersten Platz ein.

Die Gefahr lauert überall
Insbesondere Senioren sind von Sturzunfällen betroffen. Die Hälfte der durchschnittlich 81230 Sturzunfälle von Senioren ereignet sich innerhalb der eigenen vier Wände und im unmittelbaren häuslichen Umfeld (zum Beispiel im Garten), etwas weniger als ein Viertel im öffentlichen Raum. 56720 Unfälle geschehen auf gleicher Ebene, also durch Stolpern, Ausrutschen oder Ähnlichem, 12660 Senioren verletzen sich bei einem Sturz auf der Treppe, 10250 bei Stürzen aus der Höhe (zum Beispiel von Leitern).

Um dies zu verhindern, gibt es verschiedene Programme und Anbieter von Sturzprävention. Einer der grössten im Thurgau ist Pro Senectute. In speziellen Kursen für Senioren versensibilisieren seit etwa vier Jahren geschulte Mitarbeiterinnen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für dieses Thema und geben ihnen geeignete Hilfestellungen.

Geeignete Hilfsmittel
In der heutigen Zeit stehen zur Verhinderung von Stürzen di- verse nützliche Hilfsmittel zur Verfügung wie geeignete und passende Schuhe, Antirutschsohlen, Spikes, Hüftprotektoren, Stöcke oder Rollatoren. Viel wichtiger ist aber ein gutes Gleichgewicht und Kraft in den Beinen: «Hin und wieder müssen ältere Menschen deshalb ihr Alltagsverhalten überdenken», sagt Esther Stillhard, Fachleiterin Sturzprävention bei Pro Senectute Thurgau. Dabei stellt sie Seniorinnen und Senioren immer wieder vor die Frage: «Bewegen Sie sich genügend und regelmässig?» Denn das sei die Zauberformel.

Auch wenn sich mit zunehmendem Alter der Gang verändert, die Schritte kleiner werden und sich die Füsse nicht mehr so leicht heben lassen – «Senioren sollten keine Angst vor Bewegung haben», motiviert die Expertin zur regelmässigen körperlichen Betätigung. Diese muss natürlich dem Alter angemessen sein, kann aber durchaus auch noch Sport beinhalten. Gegen Spaziergänge an der frischen Luft, Treppensteigen, Velofahren, Schwimmen oder Tanzen ist nichts einzuwenden, höchstens aus gesundheitlicher Sicht.

Neue Reize setzen

Für Esther Stillhard kommt es auch immer darauf an, neue Reize zu setzen, die das Gehirn aktivieren: «Manchmal reicht es schon aus, einfach mal abseits der üblichen Wege spazieren zu gehen.» Und als Kräftigungsübung hat die erfahrene Kursleiterin einen ganz besonderen, alltäglichen Tipp: «Bewusst vom Stuhl oder Sessel aufstehen und hinsetzen, sich also nicht einfach ins Polster sacken lassen.»

Auch der Ernährung ist gemäss Pro Senectute grosse Aufmerksamkeit zu schenken. Die Aufnahme von ausreichend Kalzium und Flüssigkeit spielt eine grosse Rolle zur Gesunderhaltung der Knochen und damit des Bewegungsapparates.

Pro Senectute
Pro Senectute Thurgau ist die Fachstelle für Altersfragen im Kanton Thurgau. Seit mehr als 90 Jahren setzt sie sich für das Wohl, die Würde und die Rechte älterer Menschen ein. In acht regionalen Beratungsstellen bietet Pro Senectute ein umfassendes kostenloses Beratungsangebot für ältere Menschen und deren Angehörige. Flächendeckend werden im ganzen Kanton Sport und Bildungsangebote für Menschen ab 55 Jahren zur Verfügung gestellt.

Weitere Infos: Pro Senectute Thurgau, Tel. 071 626 10 80, E-Mail:  info@tg.pro-senectute.ch,
Homepage: www.tg.pro-senectute.ch

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