/// Rubrik: Leserbriefe

Neue Ideen für den Boulevard

Kreuzlingen – Eine einmalige JazzMeile ging am vergangenen Wochenende über die Bühne. Vor allem das Wetter am Samstag hat das seinige dazu beigetragen, dass der mehrtägige Grossanlass ein voller Erfolg wurde. (Paul Stähli)

Es war fast unglaublich, wie am Samstagnachmittag der Boulevard in jeder Hinsicht «gebrummt» hatte: Mit guter Jazzmusik in den drei Zelten und auf der offenen Strasse, mit 25 Harley Davidson-Maschinen und 45 ACS-Oldtimer-Fahrzeugen aus 80 Jahren Automobilgeschichte. Dazu gehörten ein Bier-Zisternen-Saurer aus dem Jahre 1958 und die Militärküche 1942, von einem Saurer 1951 gezogen.

Am Sonntagmorgen dann machte ich selbst mit meiner Frau zwei Stunden «Fätzlitour», um den Boulevard der Stadt «besenrein» wieder übergeben zu können. Um 10 Uhr wurde er von Werkhofangestellten für den Verkehr geöffnet. Und was sehe ich da? Kurz nach der Öffnung fahren reihenweise Konstanzer Autos durch den Boulevard (richtig: Konstanzerstrasse – Brückenstrasse – Boulevard – Romanshornerstrasse). Es wurde mir wieder einmal klar, dass der Boulevard (noch) nicht funktioniert.

Dabei gäbe es doch einfache Lösungen, die jeden Versuch wert wären: Den Boulevard von Norden sperren und nur vom Löwenkreisel her befahren lassen, das unterste Stück als Einbahn. Die Einfahrt in die Schützenstrasse zum Coop war lange Monate gesperrt, sie wurde neu gestaltet. Und der Verkehr hat funktioniert! Dieser Abschnitt wäre doch eine willkommene Fussgängerzone! Warum kann man nicht ein solches Konzept als Versuch rasch umsetzen?

Im Zusammenhang mit meinen vielen Schwimmhalle-Gesprächen hat mir ein Kreuzlinger gesagt: Er stimme der Schwimmhalle erst zu, wenn der Boulevard saniert sei. Nun, wenn die Schwimmhalle abgelehnt wird, ist sie für immer fort, weil der Kanton mit den genau 3,7 Millionen, die er an das Egelsee zahlen würde, sein PMS-Bädli saniert. Also: Boulevard und Schwimmhalle haben nichts miteinander zu tun. Eigentlich auch das Stadthaus nicht. Denn wenn dieses Projekt auf den Prüfstand kommt, werde ich wie immer schauen: «Was kostet es – was erhalte ich für das Geld – ist es nachhaltig».

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