/// Rubrik: Kultur

Kunst im alten Bahnhofsgebäude

Kreuzlingen – Wenn es um moderne Kunst geht, verstehen viele nur Bahnhof. Bei Manuel Fend liegen sie da sogar richtig: Dank dem Entgegenkommen der Stadt darf der Kreuzlinger Künstler den Bahnhof Bernrain als Atelier und Ausstellungsraum zwischennutzen. Am Samstag ist Vernissage.

Hereinspaziert: Manuel Fend öffnet das Tor zum Bahnhof. (Bild: sb)

Hereinspaziert: Manuel Fend öffnet das Tor zum Bahnhof. (Bild: sb)

Das Prinzip der Verdichtung fordert, dass jede Fläche in der Stadt optimal ausgenutzt wird. In einer schnell wachsenden Stadt wie Kreuzlingen ist das den Planern besonders wichtig. Bis ein Bauprojekt steht, kann es allerdings oft Jahre dauern. So kommt es, dass mehrere alte Gebäude im Stadtgebiet schon lange Zeit leer stehen und nicht benutzt werden. Das stösst dem ein oder anderen indes sauer auf – zudem empfinden viele alles, was nicht neu, geleckt und gerade ist, als Schandfleck.

Werkschau eines Kreuzlingers
Umso schöner also, wenn so ein blinder Fleck auf der Landkarte wieder belebt wird. So geschehen am Bahnhof Bernrain: Seit rund drei Monaten kann der Kreuzlinger Künstler Manuel Fend den hinteren Teil des Bahnhofgebäudes als Atelier und Ausstellungsraum nutzen.
Fend zeigt Bilder, Objekte und Skulpturen aus den Jahren 2008 bis 2014. Die Materialien für seine Arbeiten sind vielfältig und aussergewöhnlich. Er verwendet Kastentüren als Leinwände, Eisenteile von alten Werkzeugen und Maschinen oder Autolacke als Malfarbe. Seine nur mit Handsäge und Schleifpapier gefertigten Holzobjekte strahlen eine Zen artige Klarheit aus, während der mit Acrylfarbe bemalte Jutesack  eine verspielte, farbenfrohe Lebensfreude vermittelt.

Vielfältiges, kreatives Universum
Der Künstler liebt die Materialien, die durch glückliche Fügung und Kontaktfreudigkeit in seine Hände gelangen. So ist denn auch nicht das entstandene Bild oder die erschaffene Skulptur das Ziel, sondern der kreative Prozess von Geben und Nehmen zwischen Material und Künstler. Deshalb ist in der Ausstellung eine grosse Vielfalt an Materialien und Stilen zu entdecken.
Interessant für Besucher ist natürlich auch der Blick hinter die Kulissen an einem Ort, der früher nur Rangierarbeitern zugänglich war. Die Ausstellung ist bis 11. Oktober zu sehen. Vernissage ist am Samstag, 19 Uhr.

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