/// Rubrik: Stadtleben

Abstimmungskampf wird unfair

Kreuzlingen – Der Abstimmungskampf über die Schwimmhalle geht in die heisse Phase. Zu warm gebadet scheinen einige Befürworter der Schwimmhalle zu haben. Über die letzten Wochen wurden die Wahlplakate des Nein-Kommitees verschandelt.

Plakate gegen die Schwimmhalle, verunstaltet mit Ja-Flyern. (Bild: ek)

Plakate gegen die Schwimmhalle, verunstaltet mit Ja-Flyern. (Bild: ek )

Bereits eine Woche, nachdem die ersten Wahlplakate gegen die Schwimmhalle standen, wurden diese bereits wieder abgehängt und verunstaltet. «So etwas habe ich in meinen zwölf Jahren in der Politik noch nie erlebt», erzählt Fabian Neuweiler, Präsident des Nein-Komitees gegen die Schwimmhalle. Dabei mussten die Vandalen sich Mühe geben, einige Plakate wurden mit der Leiter meterhoch aufgehängt. An einigen Standorten hätten sie die Plakate bereits viermal ersetzt – alles in ihrer Freizeit. «Die ursprünglich 90 gedruckten Plakate gehen langsam zur Neige», so Neuweiler.

Auch Reto Oberhänsli, Präsident des Ja-Komitees, berichtet von verunstalteten Ja-Plakaten. «Das braucht es nicht und gehört sich auch nicht in einem Wahlkampf», sagt Oberhänsli. Doch die Vergangenheit zeige, dass so etwas immer wieder geschehe. Das Thema Schwimmhalle sei nunmal emotional und man müsse damit auch spielen. Seine Gefühle so auszudrücken, sei jedoch falsch. Einen Verdacht, wer hinter den Verschandelungen steht, habe er nicht. Sein Komitee habe auf jeden Fall nichts damit zu tun, versichert Oberhänsli.

Woher stammen die Flyer?
Auch Neuweiler betont, dass er dem Ja-Komitee nichts vorwirft. «Hier haben sich einige Schwimmhallen-Anhänger einfach ins Projekt reingesteigert», vermutet er. Er wundere sich nur, woher die Vandalen die vielen Ja-Flyer hätten. Den Vorwurf, dass die Nein-Plakate zu provokant seien, lässt er nicht gelten. «Eigentlich müssten wir ja Millionen auf den Bildern verschwinden lassen», so Neuweiler. Auch Oberhänsli stören die Nein-Plakate nicht: «Wenn man nur ein Argument hat, muss man dieses auch zeigen.»

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One thought on “Abstimmungskampf wird unfair

  1. Bruno Neidhart

    Die Plakate sagen nicht mehr aus, als das, was die Verantwortlichen in ihrer Pro- oder Kontra-Argumentation verbal und schriftlich längst veröffentlicht und den mündigen Kreuzlingern zugeführt haben. „Provokant“ ist das Nein-Plakat sicher nicht (Gesamtschweizerisch ist man sich „an ganz andere Design-Kaliber“ gewöhnt!). Das Überkleben/Beschädigen von gut gemeinten Plakaten ist prinzipiell höchst unfair. Ist definitiv nicht „kreuzlingerisch“!

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