/// Rubrik: Stadtleben

Sekundarlehrer lassen sich verzaubern

Kreuzlingen – 500 Sekundarlehrpersonen erfuhren an der Jahrestagung im «Dreispitz» von Professor Ernst Peter Fischer, dass jede Erklärung der Wissenschaft das Geheimnis vertieft, um das sie sich bemüht. (Werner Lenzin)

Der neu eingesetzte Vorstand gab sein Debüt (v.l.): Präsident Lukas Dischler, Gabriela Stacher, Susanne Bühler, Vizepräsidentin Janaira Schär und Anna Barozzino. (Bild: Werner Lenzin)

Der neu eingesetzte Vorstand gab sein Debüt (v.l.): Präsident Lukas Dischler, Gabriela Stacher, Susanne Bühler, Vizepräsidentin Janaira Schär und Anna Barozzino. (Bild: Werner Lenzin)

Mit der Durchführung der diesjährigen Jahrestagung der Konferenz der Thurgauer Sekundarschullehrkräfte gab der seit vergangenem Monat ins Amt eingesetzte neue Vorstand sein Debüt. «Der heutige Vortrag wird uns hoffentlich verzaubern und uns Inspirationen für unseren Berufsalltag mitgeben», wünschte sich der neue Konferenzpräsident Lukas Dischler einleitend mit Blick auf das Tagungsthema im Anschluss an die stimmigen Eröffnungsklänge des Jazz Workshops der Pädagogischen Maturitätsschule.

12 Millionen Einsparungen
«Ich würde sie gerne verzaubern, werde aber schnell auf den Boden der politischen Realität zurückgeholt», wandte sich Regierungsrätin Monika Knill an die Tagungsteilnehmer und Gäste. Sie erinnerte daran, dass im Rahmen der Leistungsüberprüfung 40 Millionen Franken, 12 Millionen davon im Bildungsbereich, eingespart werden müssen, um in den kommenden Jahren wieder schwarze Zahlen zu erhalten. Allerdings dürften die Schulgemeinden, so Knill, auf der Einnahmenseite mit neun Millionen mehr Steuereinnahmen rechnen.

Als bildungstechnische Massnahmen bezeichnete Knill die Erhöhung der Klassengrössen von 20 auf 21 Schüler und versicherte: «Das Brückenangebot wird nicht abgeschafft, sondern die Plätze moderat reduziert und der Fokus auf die darauf angewiesenen Schüler gelegt». Der Entscheid des Grossen Rates, den Französischunterricht auf die Sekundarstufe zu verlegen, bedauert Knill, dies auch deshalb, weil der Vorschlag des Regierungsrates für ein Wahlfach kein Gehör fand. «Der Departementsentscheid wird nun vorbereitet und bis zur Umsetzung und Inkrafttreten des Lehrplans 21, frühestens im Schuljahr 2017/18, gilt der jetzige Lehrplan», betonte die Bildungsdirektorin.

Verzauberung der Welt
Die beiden Gastgeber, Priska Sieber, Rektorin der Pädagogischen Hochschule Thurgau und Lorenz Zubler, Rektor der Pädagogischen Maturitätsschule, rückten die Ausbildung ihrer Bildungsstätten ins Zentrum ihrer Ausführungen und bezeichneten die Sekundarlehrpersonen als wichtige Partner. Dem eigentlichen Tagungsthema, nämlich der «Verzauberung der Welt» widmete Professor Ernst Peter Fischer seine weitreichenden Gedanken.

«Die Naturwissenschaften heben das Geheimnisvolle der Natur und der Welt nicht auf, im Gegenteil, sie vertiefen das Geheimnisvolle und wer zufrieden und verzückt ist, ist verzaubert», sagte Fischer. Für ihn vertiefen die Naturwissenschaften das Geheimnis und motivieren zum Staunen. Seine Empfehlung lautet: «Bei allem Treiben suchen sie sich selbst und wenn sie Glück haben, kommen sie dort an – nämlich bei sich selbst».

Schulgemeinden für Weiterbildung zuständig
Die Umsetzung der Leistungsüberprüfung und die Auswirkungen auf die Lehrpersonen beleuchtete Amtschef Walter Berger. «Der Evaluationsrhythmus beträgt neu sieben bis acht Jahre und zusätzliche Ressourcen für die Unterstützung beim Ausbau der Selbstevaluation sind erforderlich», erklärte Berger. Er teilte mit, dass Beiträge an die Intensivweiterbildung im kommenden Jahr noch entrichtet werden, dann aber die Verantwortung und Kompetenz für die Weiterbildung der Lehrpersonen den Schulgemeinden übertragen wird.

Die Erhöhung der Klassengrösse um einen Schüler bezeichnete der Amtschef als theoretische Berechnungsgrösse zur Festlegung der Besoldung. Vorgesehen sind im Rahmen der Teilrevision des Volksschulgesetzes neu 13 Wochen Ferien und zusätzlich zwei Tage für traditionelle Anlässe im Jahr. Geplant sind zudem zwei Jokertage für Schüler sowie die Klärung der gemeinsamen Arbeitstage für Lehrpersonen während den Schulferien oder an unterrichtsfreien Nachmittagen und an Samstagen.

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