/// Rubrik: Leserbriefe

Eine pädagogisch praktische Sichtweise zur Schwimmhalle

Kreuzlingen – Kleinere Hallenbäder sollen zu Gunsten der grosse Schwimmhalle geschlossen werden. Viel Geld muss dafür investiert werden, damit Kreuzlingen «an zentraler Lage eine Sport- und Freizeiteinrichtung mit einzigartiger Ausstrahlung» bieten kann. (Judith Ricklin, Primarlehrerin)

Unter anderem möchte man damit den Bildungsstandort Kreuzlingen stärken und meint, dass vor allem die Lehrer- und Schülerausbildung profitieren kann. Ein fataler Irrtum! Wer diese Klientel unterstützen möchte, legt ein Nein in die Urne, denn in grossen Hallen ist ein seriöser Schwimmunterricht nicht möglich!

Die Ablenkung durch andere Nutzer ist akustisch und visuell enorm. Die Kinder hören die Anweisungen kaum, überall gibt es noch andere interessante Sachen zu sehen. Im grossen Becken (selbst wenn man es halbiert oder viertelt) verliert man die Übersicht oder kann vom Beckenrand keine individuellen Korrekturen geben. Die Strecken, welche die Lernenden Schwimmen müssten, sind zu lang, vor allem für die Primarschüler.

All dies habe ich bereits selbst im Hallenbad Weinfelden erlebt, ein kleines Bad im Vergleich, was Kreuzlingen erstellen will. Ich und die ausgebildete Schwimmlehrerin, welche den Schwimmunterricht führt, sind sehr froh, dass wir in Ermatingen ideale Bedingungen haben: ein kleines Becken, ein Hubboden und keine weiteren äusseren Störfaktoren. Die Kinder profitieren von einem professionellen Schwimmunterricht in pädagogischer und materieller Hinsicht.
Für Schulen und angehende Lehrer müssen folglich die kleinen Schwimmbäder (Pädagogische Maturitätsschule, Münsterlingen, Ermatingen) unterstützt und das Egelsee lediglich renoviert werden. Das kostet keine unglaubliche 32 Millionen!

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2 thoughts on “Eine pädagogisch praktische Sichtweise zur Schwimmhalle

  1. Spada Mirko

    Liebe Frau Ricklin
    Ich kann alle ihre Aussagen wiederlegen. Ich kenne sehr viele LehrerInnen, die überhaupt keine Probleme haben mit grossen Schwimmbäder. Meine Frage am Sie:“Sind Sie bereit, sich an die neuen Verhältnissen anzupassen?“. Ich gehe davon aus. Gerade LehrerInnen sollten sich immer wieder an neuen Umgebungen anpassen können. Das verlangen wir ja auch von unseren SchülerInnen. Oder nicht?

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  2. Bruno Neidhart

    Liebe Frau Ricklin, es handelt sich in der Tat um ein multifunktionelles Bad für unterschiedliche Ansprüche der Gesellschaft. Dass Sie in Ihrem Unterricht auch unter diesen Verhältnissen erfolgreich sein können, bezweifle ich nicht.

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