/// Rubrik: Stadtleben

Swisscom treibt Antennenwildwuchs in Kreuzlingen weiter

Kreuzlingen – Ab dieser Woche wird das Baugesuch für eine weitere Mobilfunkantenne der Swisscom öffentlich aufgelegt.

Die entsprechenden Bauvisiere auf dem Gebäude an der Romanshornerstrasse 1 sind gut sichtbar. Sie befinden sich direkt auf dem Dach über der Kinderbetreuungseinrichtung des neuen Fitness-Studios. Das betreffende Gebäude gehört laut Grundbucheintrag der SwissImmo Fachmarktcenter AG, deren Verwaltungsräte Marcel Grünig und Juan-Pedro Schaltegger nach Mutmassung des Vereins «Strahlungsfreies Kreuzlingen» offensichtlich noch etwas mehr Rendite aus ihrer Liegenschaft herausholen wollen, ohne selber Investition dafür tätigen zu müssen.

Hier ist die Mobilfunkantenne geplant. (Bild: zvg)

Hier ist die Mobilfunkantenne geplant. (Bild: zvg)

Der Verkehrsknotenpunkt beim Blauen Haus ist für die Mobilfunkanbieter besonders lukrativ. Obwohl seit Jahren im betreffenden Quartier bester Handy-Empfang besteht, wollen alle drei Anbieter dort unabhängig voneinander in wenigen Metern Abstand zusätzliche Mobilfunkanlagen bauen. Es geht ihnen dabei in erster Linie um den grenzüberschreitenden Autoverkehr und nicht um die Versorgung der ständigen Wohnbevölkerung.

Kampf der Mobilfunkgiganten
In einer sogenannten «Roaming-Schlacht», kämpfen nämlich alle Mobilfunkbetreiber beidseits der Landesgrenze und mit hohen Sendeleistungen um jeden ausländischen Handy-Nutzer. Ist man nämlich erst einmal in einem fremden Netz eingeloggt, bleibt man drin, bis man das Land wieder verlässt. Und so lange werden bekanntlich happige Roaming-Gebühren abkassiert.

Wenn ein Bewohner des Quartiers dennoch Empfangsprobleme mit Swisscom hat, soll er einfach zu Sunrise wechseln. Diese bietet nämlich kostenlos eine sogenannte «indoor box» an. Das ist eine Mobilfunkanlage im Miniformat, die man einfach bei sich ans Internet steckt und dann im näheren Umfeld perfekten Smartphone-Empfang hat. Dies mit einer Sendeleistung von nur 0,01 Watt statt mit mehreren hundert oder tausend Watt wie die grossen Antennenmasten.

Betroffene Anwohner haben Strahlungsfrei.ch schon um Unterstützung angefragt. Unterschriftenlisten für eine Sammeleinsprache sind bereits verfügbar. Einsprachen müssen bis spätestens 6. Oktober 2014 bei der Bauverwaltung an der Hauptstrasse 88 gegen Empfangsbestätigung abgegeben werden.

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