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Ein Stück Ökumene kehrt zurück

Kreuzlingen – Die Evangelische und Katholische Kirchgemeinde bieten zusammen einen ökumenischen Glaubenskurs an. Kursleiter Leo Tanner, katholischer Pfarrer aus Jonschwil, wird dazu am Gottesdienst des Buss- und Bettages in der Evangelischen Kirche informieren und auch die Predigt halten.

Die katholischen Pfarrer Leo Tanner (m.) und Josef Gander (r.) mit Pfarrer Damian Brot von der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen. (Bild: sb)

Die katholischen Pfarrer Leo Tanner (m.) und Josef Gander (r.) mit Pfarrer Damian Brot von der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen. (Bild: sb)

«Es kommt wieder Bewegung in die Ökumene», freut sich der evangelische Pfarrer Damian Brot über das gemeinsame Angebot. Am Glaubenskurs beteiligt sein werden neben ihm auch Pfarrerin Andrea Stüven und Pfarrer Gunnar Brendler sowie von der Katholischen Pfarrei St. Stefan Pfarrer Josef Gander und Katechetin Eva Panek .

Doppelt hält besser
«Der Kurs findet jeweils mit gleichen Inhalten einmal morgens und einmal abends statt, von 9 bis 11 Uhr bzw. Von 20 bis 22 Uhr», erklärt Brot. So sollen Mütter mit Kinder, aber auch Berufstätige die Möglichkeit zum Besuch haben. «Wir können auch eine Kinderhüte anbieten, sollte das von genügend Leuten gewünscht werden», kündigt Brot an.

Der Glaubenskurs findet an sieben Daten statt, beginnend mit 24. Oktober. «Als Kursort haben wir bewusst das evangelische Kirchgemeindehaus gewählt, zum einen wegen dem ökumenischen Gedanken, zum anderen weil wir dort einfach genug Platz haben», erklärt Brot.

Vielfältige Gestaltung
Der Glaubenskurs trägt den Namen «Neu anfangen» und wird vom katholischen Pfarrer Leo Tanner aus Jonschwil geleitet. «Im Vordergrund steht, Gottes Gegenwart zu erfahren», erklärt dieser. Er soll jung und alt ansprechen und Raum zum Austausch persönlicher Erfahrung geben. «Wir werden den Kurs vielfältig gestalten, mit Musik und Bildmeditationen», verspricht Tanner. In Kleingruppen soll zudem die Beziehung zwischen den Teilnehmenden gefördert werden.

Die einzelnen Vormittage bzw. Abende können ohne Anmeldung und auch einzeln besucht werden. Zum Inhalt wird Leo Tanner am 21. September um 11 Uhr am Gottesdienst in der evangelischen Kirche informieren und auch die Predigt halten. «Viele entscheiden dort, ob sie teilnehmen sollen, ob ihnen der Kurs etwas bringt oder der Leiter sympathisch ist», weiss Tanner über die Bedeutung dieser persönlichen Vorstellung.

Diakon Jehle nimm sich zurück
Die Verantwortlichen rechnen mit einer Teilnehmerzahl von bis zu 60 Personen pro Anlass. Die einzelnen Anlässe tragen Titel wie «Glaubenskrisen werden Chancen» oder «Versöhnung macht frei». Inhaltlich werde, so der katholische Pfarrer Josef Gander von der Pfarrei St. Stefan, «das Gemeinsame zwischen den Konfessionen thematisiert». Beteiligt ist neben St. Stefan auch die Pfarrei St. Ulrich. Dort werden Flyer ausgelegt. «Diakon Alois Jehle wird aber nicht so präsent sein wie ich», erklärt Gander.

Einen gemeinsamen Bettagsgottesdienst, wie er bis vor zwei Jahren in Kreuzlingen lange Zeit ökumenisch begangen wurde, gibt es aber auch dieses Jahr nicht. Diese Tradition wurde auf Betreiben von Diakon Jehle eingestellt. Jehle verwies damals auf katholisch-rechtliche Vorschriften.

«Dass jetzt ein katholischer Pfarrer an einen Hauptgottesdienst in die evangelische Kirche eingeladen wird, ist ein schöne Zeichen», sind sich die Verantwortlichen einig.

Infos zum Kurs gibt es unter www.leotanner.ch.

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