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Mehr Platz und grösseres Angebot

Kreuzlingen – Nach langer Suche konnte der Verein Agathu endlich neue Räumlichkeiten an der Freiestrasse 28a beziehen. Dort gibt es mehr Platz für das Flüchtlingscafé. Sogar einen separaten Raum für Frauen und Kinder hat es nun.

Mihemed und Ahmed, zwei Kurden aus Syrien im Kaffeeraum. (Bilder: sb)

Mihemed und Ahmed, zwei Kurden aus Syrien im Kaffeeraum. (Bilder: sb)

Am Mittwoch wurden die hellen, grossen Räume vorgestellt. Leiterin Dominique Knüsel berichtete von lebendigen, spannenden, lustigen aber auch traurigen Momenten im Flüchtlingscafé, und lobte die freiwilligen Mitarbeiter: «Wir haben grosses Glück, dass rund 60 Personen mithelfen.» Am neuen Standort bieten sich jetzt mehr Möglichkeiten, vor allem für Mütter und Kinder gibt es bessere Betreuung. Das Café werde stärker frequentiert als der alte Kaffeetreff, der in einer engen Vier-Zimmer-Wohnung auf rund 75 Quadratmetern beheimatet war. «Wir suchen weiterhin Freiwillige für die Betreuung von Café und Internetraum», so Knüsel.

Der Verein Agathu wurde in diesem Jahr mit dem Prix Kreuzlingen ausgezeichnet. Der Kaffeetreff sei eine sinnvolle Ergänzung zu den institutionalisierten Angeboten des Empfangs- und Verfahrenszentrums (EVZ), lobte Stadtammann Andreas Netzle und sicherte die Unterstützung der Stadt für die Zukunft zu. «Für uns ist die Einrichtung eine wichtige Entlastung», anerkannte EVZ-Chef Roger Boxler.

Szenen aus dem Flüchtlingscafé: Die kleine Ana Stevic malt an der Tafel im Kinderspielzimmer.

Szenen aus dem Flüchtlingscafé: Die kleine Ana Stevic malt an der Tafel im Kinderspielzimmer.

Schon seit fast 20 Jahren gibt es den Verein Agathu (Arbeitsgruppe für Asysuchende Thurgau), seit 1998 bietet er den Kaffeetreff an. Pro Tag besuchen rund 80 Flüchtlinge aus dem  EVZ das Café, sie können im Internet surfen und finden in einer wohlwollenden Atmosphäre etwas Abwechslung vom strapaziösen Alltag.

Der Verein finanziert sich durch Spenden und wird ehrenamtlich betrieben, nur Leiterin Dominique Knüsel ist im 40-Prozent-Pensum angestellt, erklärte Agathu-Präsident Karl Kohli. Über 50 Prozent der Beiträge kommen von den Kirchen, «aber auch Private greifen teils tief ins Portemonnaie», so Kohli.

An der Freiestrasse hat der Verein rund 300 Quadratmeter gemietet, zwei Ateliers wurden allerdings an die Musiktherapeutin Claudia Hablützel und den Kunstmaler Martin Maeder untervemietet.

Agathu sucht Freiwillige
Interessierte melden sich bitte unter Tel. 071 633 30 35. Wer einmal einen Blick hinter die Kulissen werfen möchte, kann dies am 27. September von 10 bis 14 Uhr am Tag der offenen Tür tun. Infos unter www.agathu.ch.

Szenen aus dem Flüchtlingscafé: Vier junge Afghanen posen für ein Foto.

Szenen aus dem Flüchtlingscafé: Vier junge Afghanen posen für ein Foto.

Winterkleidung nötig
Derzeit kommen im EVZ viele Flüchtlinge aus Eritrea an, oft nur mit dem Nötigsten bekleidet. Aus diesem Grund sind Sachspenden in Form von Schuhen und Kleidern (ab Schuhgrösse 37; Jacken, Pullover, Hosen für Teenager und junge Männer) sehr willkommen. Bitte am Haupteingang des EVZ abgeben.

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