/// Rubrik: Leserbriefe

Fragwürdige Argumentation

Kreuzlingen – Die Argumentation von der IG Strahlungsfrei ist fragwürdig, da für das grenzüberschreitende Roaming – dessen Preise seit einem Jahr deutlich am Sinken sind – Antennen möglichst in Grenznähe gebaut werden müssten. (Adrian Lang, Kreuzlingen)

Hierfür sind die von Swisscom geplanten Standorte ungeeignet. Ausserdem hat Swisscom bereits grenznahe Antennenstandorte: Bodenseearena, Girsbergtunnel Nordportal, Hauptbahnhof Kreuzlingen und Badi Kuhhorn Tägerwilen. Ferner hängt die Einwahl in ein ausländisches Handynetz (Roaming) von der Einstellung auf dem Handy (automatische oder manuelle Netzwahl) ab.

In der Schweiz sind bekanntermassen sehr tiefe Strahlungsgrenzwerte (Immissions- und Anlagegrenzwert) vorgeschrieben. Kreuzlingen hat im Verhältnis zur Besiedelungsfläche (inkl. Berücksichtigung der Topographie) und v.a. zur Einwohnerzahl unterdurchschnittlich WENIGE Antennenstandorte. Von einem Wildwuchs zu sprechen, ist weit hergeholt. Als Vergleich heranziehen könnte man die ebenfalls 20000 Einwohner zählende Aargauer Stadt Wettingen (ebenfalls Hanglage), auf dessen Gemeindegebiet ein Vielfaches der Anzahl Antennenstandorte von Kreuzlingen zu zählen sind. Auf der Mobilfunkstandortkarte des BAKOM (www.bakom.admin.ch) ist dies leicht überprüfbar.

Der Grund für die beiden Baugesuche von Swisscom beim Ceha und an der Romanshornerstrasse 1 (Injoy Fitness) liegen vielmehr in der Kapazität des Swisscom-Handynetzes, welches in unserer Region an seine Grenzen stösst. Im Gegensatz zu beiden Mitbewerbern, welche neue Standorte immer noch auch zur Schliessung von Funklöchern (Versorgungslücken) bauen, hat Swisscom sehr stark aus- bzw. teilweise sogar überlastete Mobilfunkstandorte, weshalb diese durch den Bau weiterer Antennen quasi «entlastet» werden. Im Übrigen zeigte ein Bericht des Schweizer Fernsehens (Sendung «Einstein» vom 27.02.2014), dass mit zunehmender feinmaschiger Verteilung von Mobilfunkantennen die Sendeleistung bzw. «Strahlung» abnimmt. Es ist nämlich so, dass mit geringerer Distanz zwischen Handy und Mobilfunkbasisstation auch weniger Sendeleistung VOM Handy zur Antenne hin notwendig ist.

Die Abdeckung (Empfangsqualität) für Mobiles Internet (Datenverkehr über Mobilfunk: 3G und/oder 4G) im gesamten Gebiet Remisberg und an der Egelseestrasse ist übrigens alles andere als zufriedenstellend wie Herr Zbornik und die IG Strahlungsfrei suggerieren. Das Argumentation, wonach die «Grundversorgung» (gemeint ist rein nur die Mobiltelefonie) gewährleistet sei ist zwar richtig, aufgrund der Nachfrage nach mobilem Internet jedoch nicht mehr zeitgemäss und ebenso realitätsfremd wie der Vorschlag, ein Tablet/iPad mit Kabel ans Internet anzuschliessen. Der Zweck solcher mobiler Geräte ist es ja gerade, kabellos ins Internet gehen zu können.

Kreuzlingen hat bekanntermassen eine vergleichsweise (z.B. mit Weinfelden, Romanshorn oder Frauenfeld) schlechte Mobilfunkabdeckung bei allen drei Anbietern. Grund dafür sind hauptsächlich die teilweise nicht nachvollziehbaren Einsprachen, welche verhindern, dass eine zeitgemässe Versorgung mit mobilen Kommunikationsdienstleistungen gewährleistet werden kann. Dies ist sehr bedauerlich.

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