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11,4 Millionen für Kläranlage

Münsterlingen– Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) des Abwasserzweckverbandes Mü̈nsterlingen stösst an ihre Kapazitätsgrenzen. In den vergangenen Monaten wurde ein Ausbauprojekt erarbeitet, das am Dienstag der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Viele Menschen machen viel Dreck. Diese einfache Rechnung wird nun auch für die ARA Rietwies am Seeufer in Scherzingen zum Problem. Sie ist 30 Jahre alt und wurde ursprünglich für weit weniger Abwasser konzipiert.

Die wenigen anwesenden Bürger schauten sich die Pläne für die neue Abwasserreinigungsanlage Rietwies dafür umso genauer an. (Bild: Thomas Martens)

Die wenigen anwesenden Bürger schauten sich die Pläne für die neue Abwasserreinigungsanlage Rietwies dafür umso genauer an. (Bild: Thomas Martens)

Irene Purtschert vom Amt für Umwelt des Kantons Thurgau geht davon aus, dass die Bevölkerung von 6000 Einwohnern im Jahre 1964 auf 23000 im Jahre 2030 anwächst. 1990 lebten bereits 17000 Menschen im Einzugsgebiet der ARA Münsterlingen, die das Abwasser der Gemeinden Altnau, Bottighofen, Langrickenbach, Lengwil, Kreuzlingen Ost, Münsterlingen und des Spitals Thurgau in Münsterlingen klärt.  «Ein stabiler Betrieb ist so nicht möglich», stellte Purtschert fest, doch dieser sei wesentliche Voraussetzung für eine optimale Reinigungsleistung.

Ausbau und Modernisierung
Der Vorstand des Abwasserzweckverbandes Münsterlingen hat sich deshalb dazu entschlossen, die Anlage auszubauen und zu modernisieren. Wie Präsident Erich Brunner mitteilte, werde mit Gesamtkosten von 11,4 Millionen Franken für die erste Bauetappe gerechnet. Der weitaus grösste Teil, 8,4 Millionen Franken, entfalle dabei auf das «Herzstück» der Anlage, die biologische Reinigung. Dafür sollen zwei neue grosse Becken installiert werden, «so gross wie Schwimmbäder», sagte Fredy Danner vom zuständigen Planungsbüro.

1,3 Millionen Franken kostet ein neues Rechengebäude für die Vorreinigung sowie zur Schlammentwässerung. Für die restlichen Beträge sollen unter anderem Teile der alten Anlage abgebaut und rekultiviert werden. Ein grosser Bereich der Infrastruktur könnte nach Angaben der Planer aber auch wiederverwendet werden. Eine Erweiterung, falls das Bevölkerungswachstum explodieren würde, solle zudem problemlos möglich sein.

Stimmbürger entscheiden
Mit dem Bau der ersten Etappe soll spätestens Anfang 2016 begonnen werden, die Fertigstellung ist 2018 vorgesehen. Zuvor haben jedoch die Stimmbürger das Wort. Da der Vorstand des Abwasserzweckverbandes nur über einen Betrag von fünf Millionen Franken entscheiden kann, muss die Investition vors Volk. «Jede Mitgliedsgemeinde muss über ihren Kostenanteil entscheiden», erläutert Präsident Brunner. Auch der Kanton werde über das Spital an den Kosten beteiligt.

Ob die ARA nicht zu gut reinige und der saubere Bodensee vielleicht ein wenig mehr Phosphat vertragen könne, wollte ein Besucher wissen. Für den Kanton Thurgau ist das kein Thema: «Wir wollen den hohen Standard beibehalten», entgegnete Irene Purtschert.

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