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Höchster Überschuss aller Zeiten

Kreuzlingen – Das Budget 2015 weist den höchsten je in Kreuzlingen geschätzten Gewinn aus: Mit rund 2,3 Mio. Franken Ertragsüberschuss rechnen die Verantwortlichen. Am Donnerstag entscheidet der Gemeinderat über den Voranschlag.

Ein «nachhaltiges Ertragswachstum» bilanzieren Finanzchef Thomas Knupp und Stadtammann Andreas Netzle (stehend). (Bild: sb)

Ein «nachhaltiges Ertragswachstum» bilanzieren Finanzchef Thomas Knupp und Stadtammann Andreas Netzle (stehend). (Bild: sb)

Mit grosser Spannung warten die Kreuzlinger auf den Ausgang der Abstimmung am Sonntag. Wird die Schwimmhalle abgelehnt, dann kann es gut sein, dass in der Budget-Diskussion im Gemeinderat am Donnerstag Rufe nach einer Steuersenkung laut werden.

Denn finanziell läuft’s rund: Der Überschuss von 2,3 Millionen Franken sei «sehr hilfreich im Hinblick auf die kommenden Vorhaben», bilanzierte Stadtammann Andreas Netzle bei der Vorstellung des Voranschlags für die Medien. Was das für die Langzeitberechnungen bedeutet, wurde schon kommuniziert: Das durch die Xentrums-Projekte möglicherweise verursachte strukturelle Defizit würde kleiner ausfallen angenommen.

Die Zahlen werden von Jahr zu Jahr besser: «Noch im Vorjahr rechnete der Finanzplan mit rund einer halben Million Franken weniger im 2015.»

Ausgabenseitig ein «Normaljahr»
Der geplante Gewinn sei eine logische Folge aus Entwicklungen der Vorjahre – seit Jahren schliesst die Stadt positiv ab – und auch der Ausgabendisziplin. Er sei sich bewusst, dass «wir Geld auf Vorrat einnehmen – aber wir wissen, wofür wir es einsetzen», sagte Netzle. Grund, die Champagnerkorken knallen zu lassen, geben es aber keinen: «Wir werden weiterhin seriös planen und kein Geld verschleudern.»

Gesunde Finanzen
Die Finanz- und Rechnungsprüfungskommission habe das Budget 2015 ohne Gegenstimmen angenommen, berichtete Bilanzchef Thomas Knupp. Investiert werden sollen 9,4 Mio. Franken, darunter eher «kleine Brocken» wie Fussgänger- und Radwege sowie Strassen. Die grossen (Xentrum) schlagen später zu Buche. Unter Vorbehalt der Annahme der Schwimmhalle am Wochenende sind 2,0 Mio. Franken allein für diese reserviert. «Die Investitionen sind in summa höher als der Cashflow», so Knupp. Normalerweise werde aber nicht immer alles, was geplant war, auch realisiert.

Nettoverschuldungsanteil, Selbstfinanzierungsgrad und Zinsbelastungsanteil seien «im grünen Bereich», erklärte Knupp. Angesichts des stetigen und im Kantonsvergleich überdurchschnittlichen Bevölkerungswachstums rechnet die Stadt auch im 2015 mit steigenden Steuereinnahmen, budgetierte aber bei den natürlichen Personen vorsichtig: mit fünf Prozent Anstieg gegenüber dem Budget 2014. Bei den juristischen Personen wurde nicht mit einer Steigerung gerechnet. «Wir erwarten ein Steueraufkommen für 2015 von gesamt 35,8 Mio. Franken», so Knupp.

Mehrausgaben stehen bei der Sozialhilfe an, hier ist aber auch ein höherer Soziallastenausgleich zu erwarten. Auch die Lohnkosten fürs städtische Personal steigen, hier wird aufgestockt, weil der Bevölkerungsanstieg mehr Arbeit verursacht.

Viel Geld sieht das Budget 2015 für die städtischen Freizeitbetriebe vor: 590’000 Franken erhält beispielsweise die Bodensee-Arena im 2015, Investitionen nicht mit eingerechnet, 600’000 Franken das Schwimmbad Hörnli. Auch im Bereich Sport und Kultur wird Geld fliessen, einerseits in den Unterhalt der Infrastruktur (850’000 bzw. 360000 Franken), andererseits direkt an Institutionen oder Vereine (500’000 bzw. 830’000 Franken). Das Volumen der Ausgaben aus Aufträgen an die Wirtschaft beträgt im Budget 2015 rund 22 Mio. Franken.
«Wir haben alles unter Kontrolle», lautet Stadtammann Netzles Zusammenfassung. Der Ausblick fällt demnach positiv aus. Durch die Xentrums-Projekte nehme die Verschuldung zwar «kalkuliert» zu, die Bevölkerung und das Gewerbe habe aber einen deutlichen Mehrwert davon.  Andere Projekte sollen nicht darunter leiden: Die Spange Bätershausen, das Alterszentrum Kreuzlingen oder das Schiesser-Areal  seien im Finanzplan berücksichtigt.

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