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«Fragliche Radarstrategie» des Kantons Thurgau

Kreuzlingen – Geschwindigkeitskontrollen sollen dort durchgeführt werden, wo es gemäss Unfallstatistik am häufigsten zu Unfällen kommt und nicht dort, wo am meisten Geld zu holen ist. Aus diesem Grund fordert der ACS Thurgau die kantonale Verwaltung dazu auf, eine Karte mit den Kontrollorten von Geschwindigkeitskontrollen zu veröffentlichen. So soll garantiert werden, dass sich der Kanton wirklich um die Verhinderung von Unfällen und nicht um sein Budget kümmert.

Symbolbild. (Bild: archiv)

Symbolbild. (Bild: archiv)

Der ACS Thurgau ist nicht gegen Geschwindigkeitskontrollen, sondern für generell mehr Sicherheit im Strassenverkehr. Aus diesem Grund müssen Geschwindigkeitskontrollen auch dort durchgeführt werden, wo am meisten Unfälle passieren. Die Realität sieht aber anders aus: Geschwindigkeitskontrollen werden unter dem Deckmantel der Sicherheit missbraucht, um dem Kanton möglichst viel Geld in die Kasse zu spülen.

Die Kantonspolizei St. Gallen hat kürzlich die Standorte ihrer beweglichen Radaranlagen veröffentlicht. Im Kanton Thurgau ist das nicht der Fall. Dieses intransparente Vorgehen im Kanton Thurgau macht klar, dass es dem Kanton nicht nur um Sicherheit, sondern auch um seine Kasse geht. Die derzeitige Praxis wird vom ACS Thurgau nicht toleriert. Orte von Geschwindigkeitskontrollen müssen mit denjenigen der Unfallstatistik deckungsgleich sein, damit die maximale Sicherheit erreicht werden kann. Zudem könnte den Bürgern gezeigt werden, wo sich die neuralgischen Orte im Strassenverkehr befinden. So wird der Bürger zusätzlich auf die gefährlichsten Strassenabschnitte sensibilisiert.

Remo Michel, Präsident ACS Thurgau:
«Die Zunahme an Radarkontrollen hat längst nicht mehr bloss Risikominimierung auf den Strassen zum Ziel. Steigende Budgets verleiten zu immer mehr «Blitzkasten-Einsätzen», welche zu Unrecht Autofahrer «kriminalisieren». Diese Einnahmen in Form von Bussen werden zudem zweckentfremdet, anstatt diese Mittel z.B. für Präventionsmassnahmen im Bereich der Sicherheit im Strassenverkehr einzusetzen. Davon könnten Autofahrer ebenso wie Fussgänger oder Velofahrer profitieren».
Marcel Schuler, Präsident Verkehrspolitische Kommission:
«Geschwindigkeitskontrollen müssen mit der Unfallstatistik deckungsgleich sein. Es soll dort kontrolliert werden, wo es der Sicherheit dient und nicht dort, wo am meisten Geld zu holen ist».

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One thought on “«Fragliche Radarstrategie» des Kantons Thurgau

  1. René Brändle

    Guten Tag Herr Schuler
    Und die Unfallzahlen steigen, weil die Leute auf ihrem Smartphone den nächsten Radarstandort abchecken? Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten nicht nur an Radarstandorten. Würden diese eingehalten, gäbe es keine Bussen und weniger Unfallopfer. Zeitlich gewinnt der „Überschnellfahrer“ auch nichts – der nächste Stopp, LKW oder Traktor lässt grüssen, und,,.
    Herr Schuler – Unfallstatistiken sind Papier, dessen Gewchwindigkeit egal ist. Meinen Sie aber Unfallschwerpunkte, habe ich auch Zweifel: mehrheitlich knallt es wohl an Kreuzungen, wo andere Massnahmen ein Radar gefragt ist. Also muss Radarplan nicht mit Unfallschwerpunkten übereinstimmen. Im Übrigen: würden die Busseneinnahmen durch Einhalten der Geschwindigkeitsbegrenzung sinken, würden sich Kanton und Städte das Geld wohl über höhere Steuern holen (wollen). Also nur ein Griff in die andere Tasche…

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