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Spital-Neubau schreitet voran

Münsterlingen – Knapp 80 Millionen Franken investiert der Kanton Thurgau in den Neubau des Operatioonstraktes beim Kantonsspital in Münsterlingen. Im Mai 2015 soll er bezugsfertig sein, die Bauarbeiten sind weit fortgeschritten und im Zeitplan.

Spitaldirektor Stephan Kunz und Stephan Winkler vom Hochbauamt des Kantons erläuterten die Bauarbeiten beim Spital Münsterlingen. (Bild: Thomas Martens)

Spitaldirektor Stephan Kunz und Stephan Winkler vom Hochbauamt des Kantons erläuterten die Bauarbeiten beim Spital Münsterlingen. (Bild: Thomas Martens)

Die Gebäudehülle steht seit März, jetzt erfolgt der Innenausbau. An der dritten Herbstmedienfahrt am Dienstag, 14. Oktober, gewährte ein Baustellenrundgang mit Spitaldirektor Stephan Kunz und Stephan Winkler, Projektleiter im Hochbauamt des Kantons Thurgau, Einblicke in den aktuellen Stand des Projektes «3i» – Infrastruktur für die Inte- grierte Intensivbehandlung. Die zehn neuen stationären und ambulanten Operationssäle, die Intensivpflegeabteilung, das Ambulatorium für Chirurgie und Anästhesie sowie die Zentralsterilisation sollen für Patienten und Personal optimale Bedingungen bieten. «Wir gehören damit zu den modernsten Kliniken in der Schweiz», sagte Stephan Kunz.

Umfassend und komplex
Der Baustellenrundgang zeigte, wie umfassend und komplex der Bau einer modernen Klinik ist. Der Neubau im Minergie-P-Standard ist unterirdisch mit einem Energiekanal an die zentrale Haustechnik angeschlossen. Die Lüftungszentrale befindet sich direkt über dem Operationsgeschoss, dort also, wo die grössten Luftmengen anfallen. Ein Tunnel führt zum künftigen Heli-Landeplatz, welcher auf halbem Weg zur geplanten Herz- und Neuroklinik gebaut werden soll.

Die gesamten Operationsräume sind im ersten Obergeschoss mit den vor- und nachgelagerten Aufwach- und Umbetträumen untergebracht und ebenso mit dem Lift gut erreichbar, wie die Intensivpflegeabteilung und die unmittelbar angrenzende neue «Stroke Unit» für Hirnschläge.
Den Einbau der Operationssäle leisten Spezialfirmen aus Deutschland, die weltweit Operationssäle erstellen. Diese modernen Operationssäle bestehen zu einem grosen Teil aus Glas, welches keine Räume für Bakterien bietet, gut zu reinigen ist und für eine gute Transparenz sorgt. «Damit wird die Ansteckungsgefahr minimiert», so Spitaldirektor Kunz.

Vieles könne man gemäss Projektleiter Winkler modulartig auswechseln, so dass auch künftige Erneuerungen ohne grosse Betriebsunterbrüche möglich werden. Auch die Pausen zwischen den Operationen könnten so auf ein Drittel reduziert werden. Durch die Prozessoptimierung werde Kunz zufolge die Wirtschaftlichkeit des Spitals erhöht: «Bei uns finden von 8 bis 16 Uhr ständig Operationen statt, der Betrieb steht nie still.» Der Clou ist, dass die Operationssäle beinahe verschwenderisch mit herrlicher Seesicht ausgestattet sind. Auch wenn, wie der Spitaldirektor bestätigt, viele Patienten nicht besonders viel davon haben werden, sei dies auf jeden Fall attraktiv für die Mitarbeiter.

Jubiläum und Aktionstag
Auf Ende April 2015 wird der Neubau der Bauherrschaft übergeben. Nach einer zweimonatigen Umzugs- und Inbetriebnahmezeit soll der Betrieb auf Anfang Juli erfolgen. Der Umbau der frei werdenden Räume soll ungefähr Anfang 2017 abgeschlossen sein. Hier werden künftig die Abteilungen medizinische Diagnostik, Tagesklinik und Urologie beheimatet sein. Im Rahmen der 175-Jahr-Feier des Kantonsspitals Münsterlingen findet am 9. Mai 2015 ein Tag der offenen Tür statt.

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