/// Rubrik: Kultur | Topaktuell

«Freier und offener Denken»

Kreuzlingen – Seit Februar führt die Pädagogin, Designerin und Künstlerin Elke Arndt die Kunstapotheke an der Hauptstrasse 20. Ein Experiment, wie sie im Interview erzählt, welches nicht nach ihren Vorstellungen funktioniert hat. Die Kunst gibt sie jedoch nicht auf.

Elke Arndt in ihrer Galerie samt Atelier. Von veredeltem Schwemmholz bis zu Kreuzlingen Pop-Art findet sich hier viel Interessantes. (Bild: ek)

Elke Arndt in ihrer Galerie samt Atelier. Von veredeltem Schwemmholz bis zu Kreuzlingen Pop-Art findet sich hier viel Interessantes. (Bild: ek)

KLZ: Ist das Kunstgeschäft in Kreuzlingen lukrativ?
Elke Arndt: Bilder verkaufe ich genug, nur leider nicht in meiner Galerie. Das läuft meist über persönliche Kontakte oder wenn ich mit meiner fahrenden Galerie unterwegs bin.

Woran könnte das liegen?
Man merkt einfach, dass alle Laufkundschaft eigentlich nur auf dem Weg nach Konstanz ist zum Einkaufen.  Auch scheinen die Kreuzlinger ein wenig «schüch» zu sein. Wenn ich ein Konzert organisiere und die Leute einlad vorbei zu kommen, ist die Kunstapotheke meist voll mit Besuchern.

Dennoch hören Sie mit der Kunstapotheke auf?
Ja, ich ziehe im Februar ein paar Strassen weiter. Die Miete ist zu hoch und der Gewinn durch die Räumlichkeiten zu klein. Also keine Angst, meine Galerie bleibt bestehen.

Wie sieht den die Kreuzlinger Kunstszene aus?
Vieles wird dominiert vom Kunstraum und Tiefparterre, welcher auch Subventionen erhält. Schade finde ich, dass dieser oft nur junge Künstler ausstellt, welche von weit her kommen. Mir würde ein mehr regionaler Aspekt gefallen.

Und im Vergleich zur Konstanzer Kunstszene?
Der Unterschied ist schon gross. Die Dichte an Künstlern ist dort sehr hoch. Jeder versucht mit Ellenbogen den andern zu verdrängen. In Kreuzlingen freut sich jeder über die Projekte des andern.

Die Kunstnacht verlief doch friedlich.
Ja, aber es wurden viele nicht zum Mitmachen eingeladen, unter anderem ich. Wir haben dann trotzdem unsere Galerien geöffnet und hatten damit auch Erfolg.

Was sind ihre zukünftigen Projekte für Kreuzlingen?
Ich habe beantragt, grosse Christbaumkugeln für den Weihnachtsmarkt aufhängen zu dürfen. Dort könnten die verschiedenen Künstler ihren Stil einfliessen lassen.
Und was wünschen Sie sich von Kreuzlingen?
Mir wurde mal von einem Kreuzlinger Politiker gesagt: «Ihr Deutschen seid zu schnell für uns Schweizer.» Ein bischen freier und offener zu Denken und zu Leben wäre nicht schlecht.

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