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Maturaarbeit: Ironman

Kreuzlingen – Der Thundorfer Andreas Nef lebt seit über drei Jahren in Kreuzlingen. Dort verbringt er die meiste Zeit als Radfahrer in der Sportklasse an der Pädagogischen Maturitätsschule, an der er Sport und Schule unter einen Hut bringt.

Andreas Nef. (Bild: Elisa Haumesser)

Andreas Nef. (Bild: Elisa Haumesser)

Schon seit einigen Jahren trainiert der 19-Jährige unter der Leitung des ehemaligen Radprofis Godi Schmutz und bestreitet erfolgreich Rennen im In- und Ausland. Dieses Jahr wechselte Nef in die Triathlon-Szene und versuchte, sich dort seinen langersehnten Traum zu erfüllen. Er bereitete sich speziell auf seinen ersten Ironman vor und schrieb darüber seine Maturaarbeit. «Seinen eigenen Traum in einer Maturaarbeit verwirklichen zu können, ist ein schönes Privileg, das ich sehr schätze» so Andreas, der von seinen Freunden auch Velo-Andi genannt wird. Die eigentliche Rennsaison wurde nicht beeinträchtigt. Er konnte bis Juli alle vorgenommenen Rennen bestreiten. Darunter auch die U23 Schweizermeisterschaft im Zeitfahren, wo er den 16. Rang belegte.

Der erste Ironman
Am 1. Juni nahm er als Vorbereitung am Ironman 70.3 in Rapperswil teil. An diesem Wettkampf werden in allen Disziplinen nur die Hälfte der gewöhnlichen Ironman-Distanz bewältigt. «Meine Gesundheit stand im Vordergrund. Meinem Mentor, Reto Gygax, und mir war es wichtig, keine grosse Risiken einzugehen und wir beschlossen deshalb, den Ironman 70.3 als eine Art Gesundheitscheck anzusehen», erklärt Nef. In Rapperswil bewies er seine Leistungsfähigkeit. Er finishte in fünf Stunden und sechs Minuten und holte in seiner Paradedisziplin dem Radfahren über 90 Kilometer die Bestzeit seiner Kategorie 18 bis 24 Jahre.

Von da an stand fest, dass der Thurgauer definitiv am Ironman Switzerland in Zürich an den Start gehen wird. «Nach Rapperswil war ich sehr erleichtert. Mein Training wurde bestätigt – Zürich konnte kommen!» Voller Motivation trainierte er die nächsten zwei Monate, um dann die volle Ironman Distanz zu absolvieren. «3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer auf dem Rad und zum Schluss noch ein Marathon laufen ist nicht wenig. Doch ich wusste, wenn es im Kopf stimmt, dann macht auch mein Körper mit.»

Durch den Zürichsee geschwommen
Am 27. Juli war dann der Tag, auf den Nef viele Monate trainiert hatte. Um 7 Uhr war der Startschuss und er kämpfte sich mit tausenden anderen Athleten als zweitjüngster Teilnehmer durch den Zürichsee. Nach rund eineinhalb Stunden Schwimmen wechselte er dann auf seine Lieblingsdisziplin und bewältigte ohne Mühe und mit einer sehr guten Zeit die 180 Kilometer. Danach rannte er den Marathon und kam schon nach elf Stunden 50 Minuten als zweitbester Schweizer seiner Kategorie ins Ziel. «Ich war so am Ende wie noch nie zuvor, dennoch überglücklich es geschafft zu haben.»

Schon nach einer Woche Trainingspause konnte er sein Training wieder aufnehmen und sich so aktiv regenerieren. Er ist froh, sein Saisonziel so erfolgreich erfüllt zu haben und geniesst nun die Saisonpause.

Erfahrungen aus erster Hand
Am 27. November um 19 Uhr wird er seine Maturaarbeit im Refektorium an der Pädagogischen Maturitätsschule in Kreuzlingen präsentieren. «Ich freue mich natürlich über jeden interessierten Besucher. Ich werde über meine Erlebnisse und Erfahrungen berichten. Anschliessend freue ich mit auf interessante Gespräche während des Apéros.»

Es war sicher nicht sein letzter Ironman. Der Sportschüler hat schon weitere Ziele für die Zukunft. «Falls es schulisch passt und ich noch grosszügige Sponsororen finde, ist mein nächstes Ziel im Frühling der Ironman Lanzarote.»

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