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Weg frei für Eis- und Eventhalle

Kreuzlingen – Die Verlängerung des Baurechtsvertrages mit der Bodensee-Arena AG wurde gestern Abend nach langer und intensiver Diskussion genehmigt. Zuvor hatte der Rat das Budget 2015 der Technischen Betriebe abgenickt.

Die Bodensee-Arena ist Garant für heisse Diskussionen im Rat. (Bild: sb)

Die Bodensee-Arena ist Garant für heisse Diskussionen im Rat. (Bild: sb)

Um dem Verwaltungsrat der Bodensee-Arena AG den notwendigen Planungs- und Verhandlungsspielraum zu gewährleisten, beantragte der Stadtrat die Verlängerung der Baurechtsdauer bis zum 31. Dezember 2054. Mit Cyrill Huber (SP) und Thomas Dufner (CVP)  gab es zwei exponierte Kritiker des Geschäfts. Sie wollten erreichen, dass der Stadtrat mit seiner Botschaft über die Bücher muss.

Tod des Eissports …
Huber sieht die Bedeutung des Eissports in der Arena immer mehr sinken, während Vermietungen ans Fernsehen das Hockey aus der Halle trieben. Huber klagte: «Eine Verlängerung des Baurechtsvertrages besiegelt den Tod des Eissports.» Er forderte, dass die Bodensee-Arena bei Vereinen akquiriert, damit Eisstunden gebucht werden. Dufner hingegen fand zu viele Unbekannte in der Botschaft und bezeichnete sie als «Blackbox». Eine Diskussion über die Ausrichtung der Arena werde verhindert.

Andreas Hebeisen (SP), Ruedi Herzog (SP), Fabian Neuweiler (SVP) und Christian Brändli (FDP/EVP) erhoben dagegen das Wort. «Die Events sind der grösste wirtschaftliche Faktor in der Halle und bringen der Region Wertschöpfung», erklärte Hebeisen. Sie dienten dem Sport: «Der Verwaltungsrat hat beteuert, dass sich an der Ausrichtung Eis UND Events nichts ändert.» Die Diskussion darüber könne wohlgemerkt jederzeit geführt werden. Jetzt gelte es aber, Weichen zu stellen. Zum Vorwurf der Intransparenz fand er deutliche Worte: «Ich habe diesen Seich langsam satt. Der Verwaltungsratspräsident informiert uns jedes halbe Jahr. Er bringt alle Zahlen, wir wissen alles.»

…oder Tod der Arena?
Auch Neuweiler warb für Vertrauen in den Verwaltungsrat: «Bei einem Nein zieht das Fernsehen aus, dann ist die Bodensee-Arena in drei Jahren tot.» Brändli befand: «Es geht einfach nicht, dass dort nur Eissport betrieben wird – aber für Kreuzlinger Vereine muss Eis gewährleistet sein.» Der Stadtrat solle die Diskussion als Auftrag verstehen, dafür zu sorgen. Herzog erklärte: «Der Eventbereich trägt dazu bei, den Sport zu erhalten. Wir dürfen der Bodensee-Arena jetzt keine Steine in den Weg legen.» Ein Anliegen war ihm auch die Garantie, dass die Aktien der Arena nicht einfach verkauft werden können. «Keine Angst, diese Papiere will niemand auch nur geschenkt», liess ihn da noch Beat Rüedi (FDP) wissen.
Wenig zu reden gab dafür das Budget 2015 der Technischen Betriebe (TBK). Ohne Gegenstimme wurde der Voranschlag durchgewunken, nur Christian Forster (FL/Rägäbogä) enthielt sich, wohl als Statement.

So wurde aus mehreren Fraktionen beklagt, dass das Budget immer komplexer, ja für einen Gemeinderat nahezu unverständlich werde. Der Ruf nach einem Kontrollgremium aus Experten wurde laut, sei es durch eine «TBK-Kommission» (SVP) oder eine «Energie-Kommission» (FL/Rägäbogä). Schonungslos ehrlich brachte es Eva Häberlin (FL/Rägäbogä) auf den Punkt: «Wir stimmen zu, weil wir dem Team Bergsteiner/Blatter vertrauen, nicht weil wir unbedingt alles verstanden haben. Nun ist Vertrauen zwar gut, aber Kontrolle ist besser.»

Ruedi Herzog (SP) nannte Rechnung und Budget der TBK «schwer zu verstehen, fast schon technokratisch». Um mitdiskutieren und -reden zu können, müsse sich der Gemeinderat anpassen und eine neue Lösung finden. Dabei gelte es, die buchalterischen Bereiche von den politischen zu trennen.

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One thought on “Weg frei für Eis- und Eventhalle

  1. Bruno Neidhart

    Bis 2054 wird viel Wasser den Bodensee durchlaufen! Zwischen „Hansi Hinterseer“, simpler „sfr-Unterhaltung“, oder GEWA, usw., sowie den Bedürfnissen nach „Eis“, breitet sich eine grosse Spannweite aus. Auf Dauer mit zweifelhafter Zukunft. Die Trennung von „Eis“ und „Eventkultur“, usw., bietet sich entsprechend an. Dazu braucht es auf Klein Venedig jedoch eine verlässliche Gesamtplanung mit allen denkbaren, realistischen Möglichkeiten: Von einer kleineren Eishalle, einer eigentlichen Veranstaltungshalle, einem Parkhaus, bis hin zu einem „Seehotel“ (mit Seesicht!) und zu grünen, umgebenden Parkanlagen und Spazierwegen. Und dann ist auch noch die Frage zu stellen, ob in diesem Rahmen, der viele Synergien beinhaltet könnte, gar eine kleinere, multiple Fusballarena zu integrieren ist. In dieser wären auch 2-3-4 „ausserfussballerische, gesellschaftliche Events“ im Jahr denkbar. Ohne Gesamtplanung in dieser interessanten, sinnvoll auszubauenden Ecke am See, auf Klein Venedig, sind alle weiteren „Subventionen“ an „Bestehendes“ spätestens nach 10 Jahren zu hinterfragen. Zwischen Hafen und „Kunstgrenze“ besteht für die Stadt also ein „gehobenes Entwicklungspotential“. Die Planung sollte allerdings „bestechend“ sein: Eine Kombination zwischen „belebter Attraktivität“ und „Ruhe“. Nicht ganz einfach. Aber möglich.

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