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Die Sonnenecke ist gut auf Kurs

Altnau – Die sechs Gemeinden der Sonnenecke Bodensee luden Tourismus-Anbieter der Region ein, den «Fahrplan» der kommenden Saison zu besprechen. Anlässlich einer Schiffahrt auf dem Bodensee boten Referenten dazu Einblicke und Anregungen.

Hermann Hess (links) und Rolf Müller sind sich einig über die Bedeutung von Investitionen in die regionale Tourismusbranche. (Bild: zvg)

Hermann Hess (links) und Rolf Müller sind sich einig über die Bedeutung von Investitionen in die regionale Tourismusbranche. (Bild: zvg)

«Wir sitzen alle im selben Boot und müssen uns überlegen, auf welchen Kurs wir uns in Zukunft begeben möchten.» Mit diesen Worten begrüsste Beat Pretali als Vorsitzender der Sonnenecke die Gäste an Bord der MS Raiffeisen. «Wenn man mit dem Freizeit und Tourismus zu tun hat, weiss man, wie viel Arbeit das Wohl der Gäste mit sich bringt», sagte er. Die sechs Gemeinden Altnau, Güttingen, Kesswil, Lanrickenbach, Münsterlingen und Uttwil der Sonnenecke Bodensee hatten Gastgeber in ihrer Region auf das Schiff eingeladen. Mit dem Ziel, relevante Informationen zu streuen und Netzwerke zu stärken.

In die Zukunft investieren
Informationen aus der Perspektive des Unternehmers Hermann Hess bildeten dazu den Auftakt. In einem ersten Teil verglich er die Bedeutung der regional verankerten Tourismus-Branche auf beiden Seiten des Bodensees. Dabei setzte er Zahlen des BIP in Relation und zeigte auf, dass zum Beispiel Friedrichshafen weit mehr aus dem Potential Tourismus schöpfe als Gebiete am Schweizer Ufer. Er betonte die Bedeutung vom Mut in Investitionen, die Arbeitsplätze schaffen und die Wirtschaft stützen.

Die Investition für ein Ausflugsschiff belaufe sich auf 12 Millionen Franken, in ein Feriendorf auf 25 Millionen und für ein Hotel mit Wellness-Angbot und 160 Zimmern auf 56 Millionen. Hermann Hess verfocht die Ansicht, dass die Chancen des Tourismus stärker ausgeschöpft werden müssten. Dazu trug er Beispiele aus seinen eigenen beruflichen Etappen bei und erzählte u.a. vom Werdegang der Schweizerischen Bodensee-Schiffahrtsgesellschaft, deren Entwicklung er seit 2007 steuert.

Info-Points nutzen
Von der Bedeutung der Angebote der Sonnenecke Bodensee im Besonderen erzählte im Anschluss Bruno Fattorelli. Seit 12 Jahren fungieren die Geschäftsstellen der Raiffeisenbank Regio Altnau als Info-Points und Anlaufstelle für Besucher der Region. Anfragen für Übernachtungen über die Suche nach dem passenden Restaurant bis hin zu Tipps für Ausflüge können hier kanalisiert werden. Bruno Fattorelli erzählte vom Nutzen dieses Arrangements und daraus resultierenden Begegnungen mit Gästen der Sonnenecke.

Etwa davon, wie er Velofahrer auf der Suche nach einer Unterkunft mit nach Hause genommen habe. «Schlafen über dem Tresor statt schlafen im Stroh», schmunzelte er. Erst seit kurzem als Info-Point in Uttwil eingesetzt ist dagegen das Restaurant Pier. Dessen Gastgeber Tom Etter zog eine erste positive Bilanz. «Wo ist der Volg? Wo kann man Geld holen? Oder wo kann man übernachten? Das sind oft gestellte Fragen, die wir gern beantworten», erklärte er. «Die Leute sind froh um eine Ansprechperson.»

Gut vernetzt
Den Blick nicht allein rund um den Bodensee, sondern auch auf den Kanton Thurgau richtete Referent Rolf Müller von Thurgau Tourismus. Er lobte die Sonnenecke als «gut vernetzt» und betonte die Notwendigkeit, im Bewusstsein der Bevölkerung einen Platz einzunehmen. «Der Bodensee ist eine Chance, Leute in den Thurgau zu bringen.» Von hier aus könne man auf kurzen wegen die Gäste auch in den Rest des Kantons verteilen. Mit seinen 450 Mitgliedern – darunter 78 Gemeinden – müsse ein noch stärkeres Partnerschaft-Gefühl ein künftiges Ziel sein. Mit einer Bettenbelegung von 30,2 Prozent stehe der Ostschweiz im Allgemeinen und dem Thurgau im Besonderen noch Potential offen. Die Gäste des Thurgaus kämen zu 60,6 Prozent aus der Schweiz und zu 21 Prozent aus Deutschland. Nach wie vor mangle es im Thurgau Angeboten.

Gut in Fahrt
Auch Rolf Müller betonte den Wert und die Notwendigkeit von Investition in der Tourismusbranche. Er streifte das Thema Tourismus-Beitrag und die Bedeutung gemeinsam entwickelter Produkte. Dazu zählt die Online-Buchungsplattform TOMAS, in dessen Umsetzung 70 000 Franken investiert wurden. «In 264 Tagen haben wir damit 370 000 Franken umgesetz», so Müller. «Wir müssen die Marke Thurgau stärken und mehr Gäste ins Boot holen», schloss er. Mit Gelegenheit zu vertiefenden Gesprächen lief die MS Raiffeisen wieder im Kieshafen Güttingen ein. «Im Tourismus steckt viel Herzblut drin», schloss Gemeinderätin Moni Brauchli im Namen der Sonnenecke die Veranstaltung.

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