/// Rubrik: Vereine

Närrisches Treiben im Quartier

Kreuzlingen – Der Quartierverein Kurzrickenbach erinnerte sich in Wort und Bild an vergangene Fasnachtstraditionen. Mit den «Chogebachern» und «Steighexen» hatte Kurzrickenbach lange Zeit eine starke Narrenfraktion. (Recherche: Rainer Faehndrich)

Rainer Faehnrich hat die Geschichte der «Chogenbacher Narrengesellschaft» und der «Steighexen» aufgearbeitet. (Bild: ek)

Rainer Faehnrich hat die Geschichte der «Chogenbacher Narrengesellschaft» und der «Steighexen» aufgearbeitet. (Bild: ek)

Der 11. November 1958 war ein bedeutsames Datum für Kurzrickenbach und auch Kreuzlingen. Im Restaurant «Sonne» wurde der Verein der «Chogenbacher Narrengesellschaft» gegründet. Schon 1957 diskutierten am Stammtisch im «Sünneli» Freunde der Fasnacht über eine Belebung der Fasnacht in Kurzrickenbach. Aus dieser «Laune» heraus entwickelten sich alsbald konkrete Pläne. Die «Gründerväter» organisierten zur Bauernfasnacht 1958 einen Maskenball und einen Umzug.

Rainer Faehndrich hat die Geschichte der «Chogenbacher Narren» und der «Steighexen» durch Interviews mit ehemaligen Mitgliedern und Recherchen in der Lokalzeitung «Thurgauer Volksfreund» aufgearbeitet. In Zusammenarbeit mit dem Quartierverein Kurzrickenbach zeigte er versammelten Narren, Chogenbachern und Interessierten am Martinstag die Ursprünge vieler Kreuz-linger Traditionen auf.

Demokratur gefordert
Der Maskenball wurde getreu der Bauernfasnacht auf den Samstag nach Aschermittwoch gelegt, den 22. Februar 1958. Um exakt 20.08 Uhr begann im Gasthof «Hörnli» das närrische Treiben, das als «Wahlversammlung» mit dem Motto: «Wir wollen keine Diktatie – wir wollen eine Demokratur!» propagiert wurde. In den dekorierten Räumen des «Hörnli» wurde rassige Tanzmusik, eine närrisch-bissige «Schnitzelbank», frohes Maskentreiben sowie mit 200 Kilogramm eine zünftige Konfettischlacht geboten.

Am Sonntag, 23. Februar 1958, zog sich dann die Jungfernfahrt des Fasnachtumzugs, bestehend aus fünf thematisch dekorierten Wagen, durch ganz Kreuzlingen und machte somit klar, dass auch Kurzrickenbach ein ernst zu nehmendes Quartier sei. Dieses erfolgreiche Debüt leitete eine langjährige Blüte der Bauernfasnacht in Kurzrickenbach ein. 1991 erhielten die Chogenbacher noch Unterstützung durch die Kurzrickenbacher «Steighexen». Diese widmeten sich mit Leidenschaft der Strassenfasnacht und wirbelten so einige Zuschauer und Normen auf.

Mitgliederschwund
Im neuen Jahrtausend jedoch liess das Publikumsinteresse an der Kurzrickenbacher Fasnacht zunehmend nach, die Maskenbälle wurden mit deutlich rückläufiger Tendenz besucht und auch die Chogenbacher Narrengesellschaft zählte immer weniger Mitglieder. So musste im Jahre 2008 die «Chogenbacher Narrengesellschaft» der Realität ins Auge sehen und infolge fehlenden Nachwuchses ihre Auflösung beschliessen.

Chogenbacher-Narren-Club
Die Narrengesellschaft mag sich aufgelöst haben, 2009 jedoch rief Gerald Bornhauser in Erinnerung den «Chogenbacher-Narren-Club» ins Leben. Klein aber fein beschreibt er die Gruppe, welche sich zum Narrenhöck trifft oder jährlich eine Narrenfahrt unternimmt. Wer Interesse an einer Mitgliedschaft hat, kann sich unter 071 672 22 32 oder g.bornhauser@bluewin.ch bewerben.

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