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Ausgezeichnete finanzielle Lage der Thurgauer Schulgemeinden

Frauenfeld – Die Thurgauer Schulgemeinden haben ihr Eigenkapital im Jahr 2013 auf 210 Mio. Franken ausgebaut. Im Gegenzug hat sich die Realverschuldung um weitere 12 Mio. Franken reduziert und erreichte einen neuen Tiefststand seit der Datenerhebung. Der durchschnittliche Steuerfuss der Schulgemeinden sank von 94,6 auf 94,2 Prozent. Der Volksschulaufwand inklusive Sonderschulbereich erhöhte sich nur noch moderat auf 588 Mio. Franken.

Die Finanzkennzahlen der 90 Thurgauer Schulgemeinden zeigen eine sehr erfreuliche Situation, wie aus der soeben veröffentlichten Broschüre «Schulfinanzen 2013» hervorgeht. Die Schulgemeinden konnten ihre Eigenkapitalsituation weiter ausbauen, woraus sich ein Potenzial zur Senkung des lokalen Steuerfusses ableiten lässt.

(Bild: Archiv)

(Bild: Archiv)

Nachdem die Schülerzahlen seit dem Jahr 1997 kontinuierlich sanken, ist nun eine Trendwende in Sicht. Allerdings sind die Schulgemeinden unterschiedlich betroffen. Während die einen bereits mit spürbar steigenden Schülerzahlen konfrontiert sind, sind andere mit markant sinkenden Schülerzahlen herausgefordert. Auch im Sonderschulbereich sind leicht sinkende Schülerzahlen festzustellen.

Wachstum in den Kindergärten
2013 besuchten 28645 Kinder und Jugendliche die Regelschule im Thurgau. Im Vorjahresvergleich reduzierte sich der Schülerbestand minimal um 0,3 Prozent. Damit wurde der geringste Rückgang seit 1999 verzeichnet. Der Kindergarten verzeichnete als einzige Stufe ein Wachstum von 3,4 Prozent. Die Primar- (-0,9%) und Sekundarstufe (-1,5%) waren weiterhin rückläufig. Die Prognose deutet darauf hin, dass im 2014 ein zwischenzeitlicher Tiefpunkt erreicht wird und der Schülerbestand bis 2017 um 0,9 Prozent ansteigen wird. Knapp die Hälfte der Schulgemeinden wird hingegen noch von einem Rückgang betroffen sein.

Trotz Schülerrückgang stiegen im Jahr 2013 die durchschnittlichen Kosten pro Schülerin oder Schüler in der Regelschule um rund 200 Franken auf 18000 Franken an. Der Mehraufwand ist auf höhere Verwaltungs- und Infrastrukturkosten zurückzuführen. Relativ stabil blieben die Bereiche Unterricht und übriger Volksschulaufwand. Nach dem sprunghaften Anstieg des Volksschulaufwandes im Vorjahr hat sich dieser inkl. Sonderschulbereich nur noch moderat um 5 Mio. Franken auf 588 Mio. Franken erhöht. 90 Prozent des gesamten Volksschulaufwandes wurden durch die Schulgemeinden getragen, die restlichen zehn Prozent durch den Kanton.

Solide Finanzlage der Schulgemeinden
Bei rekordhohem Investitionsaufkommen sind die Thurgauer Regelschulen weiterhin sehr solide finanziert. Die eigenen Mittel erhöhten sich um 12 Prozent auf 210 Mio. Franken und wurden mit Netto-Einlagen in die Vorfinanzierung künftiger Investitionen im Umfang von weiteren 19 Mio. Franken gefestigt. Im Gegenzug erreichte die Realverschuldung einen neuen Tiefststand seit der Datenerhebung und konnte um weitere 12 Mio. Franken verringert werden. Die Nettoschuld je Einwohner lag bei rund 800 Franken. Die vorsichtige Herabsetzung zwischen zwei und vier Prozentpunkten liessen den durchschnittlichen Schulsteuerfuss von 94,6 auf 94,2 Prozent sinken, dies bei einer Bandbreite von 67 bis 108 Prozent.

Sinkende Schülerzahlen im Sonderschulbereich
Gegenüber dem Vorjahr sank die Schülerzahl in den Sonderschulen um 30 Kinder und Jugendliche. Im Gegensatz dazu stiegen die in die Regelschule integrierten Sonderschülerinnen und -schüler um zehn Kinder und Jugendliche. Insgesamt reduzierte sich die Gesamtzahl um 2,4 Prozent. Insbesondere sind die Platzierungen in ausserkantonalen Institutionen zurückgegangen und liegen nun unter dem Wert von 2009.

Der Rückgang der Belegung hat zu einer Reduktion der Kosten um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr geführt, die nun noch bei knapp 60 Mio. Franken liegen. Die Leistungen für die Heilpädagogische Früherziehung, für Entlastungsaufenthalte und den Ostschweizerischen Blindenfürsorgeverein (obvita) haben um rund 100000 Franken zugenommen und liegen aktuell bei rund 3 Mio. Franken.

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