/// Rubrik: Region

Geplante Deponie gab zu reden

Kemmental – Die Gemeinde Kemmental budgetiert 2015 einen Gewinn von knapp 171000 Franken. Genehmigt wurde von den 94 Stimmberechtigten (sechs Prozent aller Stimmbürger) am Dienstagabend in der Turnhalle Alterswilen dennoch der gleichbleibende Steuerfuss von 58 Prozent.

Gemeindeammann Walter Marty. (Bild: Archiv)

Gemeindeammann Walter Marty. (Bild: Archiv)

Die Anwesenden hatten zudem über eine Reihe von Investitionen zu befinden. Einstimmig bewilligt wurde ein Investitionskredit für die Reorganisation der bestehenden drei Archive (200000 Franken), zur Sanierung der Unterstöckenstrasse in Lippoldswilen (282000 Franken), für neue Werkleitungen an der Unterdorfstrasse in Neuwilen (382000 Franken) und zur Ersatzbeschaffung eines Schlauchverlegerfahrzeugs für die Feuerwehr (140000 Franken). Grossmehrheitlich folgte die Versammlung dem Verwaltungsantrag für einen Investitionskredit zur Sanierung und Neugestaltung von Unterdorf- und Poststrasse in Neuwilen (1,055 Millionen Franken).

Zu reden gab eine Information der Firma Terena Baustoff- und Recycling aus Schlatt über den Stand der Planung einer Deponieanlage in Altishausen. Die kantonale Deponie Kehlhof in Berg weist nur noch Kapazitäten für sechs bis acht Jahre auf. Der Kanton Thurgau hat sich bereits auf die Suche nach möglichen geeigneten Standorten gemacht, zu den besten gehöre laut Richtplan das Areal Zelgli in Altishausen.

Die Firma selbst ist für das Projekt Feuer und Flamme. Vertreter zeigten mögliche Vorteile für Gemeinde und Region auf. So sollen ab Baubeginn zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden, zudem wolle das Unternehmen ab Betriebsbeginn seinen Firmen- und Steuersitz nach Kemmental verlegen. Die Firma rechnet mit einer Betriebsdauer von rund 50 Jahren mit anschliessender Rekultivierung.

Klar, dass ein derart grosses Bauvorhaben auf der «grünen Wiese» bei der örtlichen Bevölkerung nicht gerade auf Gegenliebe stiess. Vor allem bei direkten Anstössern gibt es gewisse Ängste und Sorgen, die am Dienstagabend natürlich zur Sprache kamen. Vor allem Lärmimmissionen und zunehmender Verkehr durch Lastwagen werden befürchtet. Die Gemeinde positioniere sich gemäss Gemeindeammann Walter Marty nicht, will aber einen Volksentscheid. «Bei einer Ablehnung kann der Kanton mit einer kantonalen Zone aber auch selbst darüber bestimmen», so Marty – quasi durch die Hintertür.

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