/// Rubrik: Stadtleben

«Jetzt in die Zukunft investieren»

Kreuzlingen – Stadtammann Andreas Netzle warb am Neujahrsempfang der Stadt für Mut und Entschlossenheit, um längst überfällige Projekte zu realisieren. Im Folgenden seine Rede im kompletten Wortlaut.

Stadtammann Andreas Netzle. (Bild: archiv)

Stadtammann Andreas Netzle. (Bild: archiv)

Liebe Kreuzlingerinnen und Kreuzlinger, sehr geehrte Gäste
Im Namen des Stadtrats begrüsse ich Sie herzlich zum traditionellen Neujahrsempfang im Dreispitz.

An Neujahr hält man Rückschau aufs vergangene und Ausblick aufs kommende Jahr. 2014 war in der Bilanz des Stadtrats sehr «durchzogen»: Es gab viel Positives, aber auch zwei bittere Niederlagen. Leider wurden der Bushof und die Schwimmhalle – zwei Projekte, die vom Stadtrat und vom Gemeinderat befürwortet wurden – vom Volk abgelehnt. Dafür haben wir an einem «runden Tisch» gemeinsam mit betroffenen Kreisen eine gute und tragfähige Verkehrslösung für den Boulevard gefunden. Und nicht zu vergessen: Trotz Opposition erhielt das Budget 2015 vom Volk eine solide Zustimmung.

Es wäre aber falsch, die Tätigkeit der Verwaltung und des Stadtrats auf die grossen Bau- oder Abstimmungsthemen zu reduzieren. Die «Stadt», das heisst die vom Stadtrat geführte Verwaltung und ihre Mitarbeitenden, arbeitet nämlich jeden Tag an Dutzenden von Dossiers und Projekten, behandelt täglich Hunderte von Anfragen und Gesuchen von Einwohnern, hält die sehr vielfältige Infrastruktur unserer Stadt in Schuss und baut sie laufend aus, weil es immer mehr Menschen in unsere Stadt zieht.

Deshalb hat unsere Stadt grosse Sympathien und für die Einwohner eine hohe Lebensqualität. Das erfährt man, wenn man zum Beispiel am Neuzuzüger-Empfang mit den Leuten spricht. Sie, die sich bewusst für Kreuzlingen entschieden haben, nörgeln und lästern nicht, sie schwärmen vielmehr: vom Zustand der Strassen und Wege, vom Angebot des Öffentlichen Verkehrs, von der Lage zwischen See und Seerücken als den beiden ganz verschiedenen Naherholungsgebieten, von den Freizeit-Möglichkeiten in Sport und Kultur, von den spezifischen Angeboten für Junge oder Alte, vom umfassendsten Bildungsangebot der Ostschweiz, vom internationalen Flair unserer Stadt mit ihrer bunt gemischten Bevölkerung, die reibungslos, ja harmonisch zusammenlebt, und vieles mehr.

Ja, und sie mögen auch die Überschaubarkeit unserer Stadt, in der man sich noch kennt, die aber auch Teil einer Grossstadt ist, und die damit den Einwohnern etwas bietet, was man sonst im Thurgau nicht findet. Kreuzlingen lebt als Stadt in einer interessanten Spannung zwischen Klein und Gross wie es die Schweiz als kleines Land in Europa tut. Und Kreuzlingen macht das – wie die Schweiz – mit Geschick und zu seinem Vorteil. Deshalb erstaunt es immer wieder, wie sich bei gewissen Mit-Kreuzlingern eine Unzufriedenheit zeigt, für welche die Leute mit der unbefangenen «neuen Sicht» auf unsere Stadt kein Verständnis haben. «Die jammern auf sehr hohem Niveau», hört man dann oft.

Etwas mehr Gelassenheit und die Sicht aufs Ganze würden uns – oder eben den Unzufriedenen – tatsächlich gut tun. Geht es uns in Kreuzlingen denn nicht einfach gut? Wir leben in einer wunderbaren Gegend, die für viele eine Ferienregion ist. Es fehlt uns als Gemeinschaft an nichts Wesentlichem. Die Stadt steht finanziell sehr gut da. Wir reden über nötige und auch wünschbare Projekte, ja sogar über Steuersenkungen. Wir können unsere Stadt gestalten, dem Zentrum ein Gesicht geben. Wir haben die Ideen und auch die Mittel, endlich längst überfällige Projekte zu realisieren, Bauten und Einrichtungen, die der ganzen Bevölkerung zugute kommen.

Um weiter zu kommen, muss man aber etwas wagen. Man muss neben Verstand auch Mut und Entschlossenheit zeigen. Es wäre gefährlich und für die nächsten Generationen fatal, wenn wir ausgerechnet jetzt, wo wir die Möglichkeiten haben, zu zögern beginnen und am Ende gar nichts mehr anpacken und umsetzen, nur weil wir Angst haben, einen Fehler zu machen. Es braucht nicht für jedes Projekt, das im Grundsatz, im Sinn und in der Notwendigkeit unbestritten ist, zwanzig und mehr Jahre Planung und mehrere Abstimmungen. Das sind am Ende teure Lösungen!

Im neuen Jahr braucht Kreuzlingen entschlossene, zuversichtlich in die Zukunft blickende Ja-Sagende – wie die, die vor 55 Jahren Ja zum Kauf des Seeburgpark sagten, oder die, die vor 10 Jahren Ja zum Grossprojekt Dreispitz sagten. Es gibt heute wohl niemanden mehr, der daran zweifelt, dass sich beide Investitionen in die Zukunft Kreuzlingens gelohnt haben.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein schönes, gutes und vor allem positives Neues Jahr 2015!

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