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Milde Winter entlasteten die Atemwege

Region – Die Entwicklung der Luftbelastung war 2014 durch die milden Winter und den verregneten Sommer geprägt. Lange Inversionsphasen mit hohen Feinstaubbelastungen blieben ebenso aus wie der typische Sommersmog. Seit Messbeginn zählen die Schadstoffkonzentrationen denn auch zu den tiefsten in der Ostschweiz.

Milde Winter haben positiven Einfluss auf die Luftqualität. (Bild: Oliver Mohr/pixelio.de)

Milde Winter haben positiven Einfluss auf die Luftqualität. (Bild: Oliver Mohr/pixelio.de)

Trotz der Verbesserung der Luftqualität ist die Bevölkerung – vor allem entlang vielbefahrener Strassen und in der Stadt Zürich – weiterhin übermässigen Belastungen durch Stickstoffdioxid ausgesetzt. Zudem misst man in den meisten Siedlungsgebieten nach wie vor zu hohe Feinstaub- und Russwerte.

Die häufigen Frontdurchgänge in den Hochsommermonaten Juli und August sowie das nasskalte Wetter hatten zumindest für die Luftqualität auch ihr Gutes. Aufgrund der fehlenden Sonneneinstrahlung trat der typische Sommersmog 2014 in der Ostschweiz deutlich seltener auf als in früheren Jahren. So wurde der in der Luftreinhalte-Verordnung (LRV) vorgeschriebene Stundenmittel-Grenzwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter (μg/m3) Luft für den Leitschadstoff Ozon (O3) an den meisten Messstationen weniger häufig überschritten als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre.

Ausserhalb der Agglomeration Zürich lagen zudem auch die Spitzenbelastungen tiefer. Die höchsten Ozon-Stundenmittelwerte ermittelte man an den NABEL-Stationen Zürich-Kaserne mit 191 μg/m3 und in Dübendorf mit 183 μg/m3. Auf der Stuelegg oberhalb von St.Gallen gab es mit 264 Stunden am meisten Grenzwert-Überschreitungen. An diesem verkehrs- und siedlungsfernen Standort auf 920 Meter über Meer registrierten die Messgeräte im Hitzejahr 2003 allerdings fast 1500 Überschreitungen des zulässigen Stundenmittelwertes für Ozon.

Weitere Entlastung beim Feinstaub
Dank dem Ausbleiben langer Inversionsphasen mit behindertem Luftaustausch lag auch die winterliche Feinstaubbelastung tiefer als in früheren Jahren. So konnte der Jahresmittelgrenzwert von 20 μg/m3 an fast allen Messstandorten eingehalten werden. Dagegen traten an zwei bis acht Tagen praktisch überall Überschreitungen des Tagesmittelgrenzwerts von 50 μg/m3 auf.

In der Agglomeration Kreuzlingen-Konstanz begann das Jahr 2014 gleich mit einem lufthygienischen Sündenfall. Als Folge der Feinstaub-Emissionen durch das Silvesterfeuerwerk zeigte die Messstation Konstanz-Wallgutstrasse am Neujahrstag eine PM10-Belastung von 103 μg/m3 an. Daneben registrierte man die höchsten Tagesmittelwerte an den strassennahen Standorten Zürich-Rosengartenstrasse (89 μg/m3), Vaduz-Austrasse (79 μg/m3), Altstätten-Rorschacherstrasse und Schaffhausen-Bahntal (beide 71 μg/m3) sowie an den wenig verkehrsbeeinflussten Standorten Weinfelden-BBZ (71 μg/m3) und Zürich-Kaserne (70 μg/m3).

Neben dem Wetter wirkten sich auch die bisher getroffenen Minderungsmassnahmen – wie etwa Partikelfilter für Dieselfahrzeuge und Verbesserungen bei den Feuerungen – positiv auf die Entwicklung der Feinstaubbelastung aus. In den kommenden Jahren werden die verschärften Abgasnormen für Personenautos (Euro 6) und Lastwagen (Euro VI) den besonders gesundheitsschädigenden Dieselrussanteil im Feinstaub weiter reduzieren.

Verkehrsnahe Stickstoffdioxid-Belastungen bleiben hoch
Diese Abgasvorschriften halbieren auch den Stickoxidausstoss von neuen Dieselmotoren und tragen damit zur weiteren Reduktion der Luftverschmutzung durch Stickstoffdioxid (NO2) bei. 2014 war die Jahresbelastung vergleichbar mit dem Vorjahr, was die schrittweise Verbesserung der Luftqualität an den meisten Messstandorten bestätigt.

Im Einflussbereich viel befahrener Strassen wird der Jahresmittel-Grenzwert der LRV von 30 μg NO2/m3 jedoch weiterhin überschritten. Im Grossraum Zürich betrifft dies nebst den höchst belasteten Messstandorten Zürich-Rosengartenstrasse (48 μg/m3), Zürich-Schimmelstrasse (43 μg/m3) und Opfikon-Balsberg (42 μg/m3) auch weniger direkt verkehrsbeeinflusste Standorte im Siedlungszentrum wie zum Beispiel Zürich-Stampfenbachstrasse (33 μg/m3). Zudem zeigen die Messstandorte St.Gallen-Blumenbergplatz (37 μg/m3), Schaffhausen-Bahntal (32 μg/m3) und Chur-A13 (30 μg/m3), dass auch ausserhalb des Grossraums Zürich immer noch zu hohe NO2-Belastungen auftreten.

Trotz Fortschritten bleibt noch viel zu tun
Wie die Messungen von 2014 bestätigen, tragen die bisher getroffenen Massnahmen zu einer langsamen Verbesserung der Luftqualität bei. Allerdings ist unsere Atemluft immer noch zu stark mit Schadstoffen verunreinigt. Deshalb sind die lufthygienischen Optimierungen bei Feuerungen, Motoren, Industrieanlagen, Gewerbebetrieben und in der Landwirtschaft konsequent weiterzuentwickeln und umzusetzen.

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