/// Rubrik: Stadtleben

Parkuhren gegen Einkaufstouristen

Kreuzlingen – Der Stadtrat möchte das Kreuzlinger Parkierungsreglement überarbeiten. Die grenznahen Blauen Zonen sollen zu gebührenpflichtigen Parkfeldern umgewandelt werden. Auch Parkieren beim Schwimmbad Hörnli soll in Zukunft kosten.

Die grenznahen Blauen Zonen sollen in Zukunft kosten. (Bild: zvg)

Die grenznahen Blauen Zonen sollen in Zukunft kosten. (Bild: zvg)

«Die heute Regelung lädt auswärtige Autofahrer dazu ein, gezielt nach grenznahen Parkplätzen zu suchen», begründet Vize-Stadtammann David Blatter den Antrag zur Teilrevision des Parkierungsreglements an den Gemeinderat. Der über die vergangenen Jahre stark zugenommene Warenverkehr in der Grenzregion erschwere Anwohnern die Zufahrt und das Parkieren in ihrem Quartier. Die grenznahen Blauen Zonen sowie die Langzeitparkplätz an der Zoll- und Wiesenstrasse sollen darum in gebührenpflichtige Kurzzeitparkplätze umgewandelt werden. Diese haben eine maximale Benützungsdauer von 1,5 Stunden, wobei die erste halbe Stunde kostenlos ist. Blatter hofft, das mit dem neuen Reglement die Anwohner «besser fahren», da diese mit einer Parkkarte immernoch gleich behandelt werden.

Badegäste zahlen weniger
Auch der Parkplatz beim Schwimmbad Hörnli soll in Zukunft gebührenpflichtig werden. Dies auf Grund der übergeordneten Änderung des Planungs- und Baugesetzes des Kantons, wonach publikumsintensive Parkierungsanlagen gebührenpflichtig bewirtschaftet werden müssen. «Die Umwandlung ist auch nötig, um eine Gleichberechtigung gegenüber den vielen Fremdparkierern zu schaffen», erklärt Blatter. 2010 wurde dieser Vorschlag abgelehnt, aufgrund der neuen Rahmenbedingungen hofft Blatter nun aber auf eine Zustimmung im Gemeinderat.

Die Genossenschaft Schwimmbad Hörnli ist über diese Änderung nicht erfreut und rechnet mit weniger Badegästen. Aufgrund einer Klausel im Baurechtsvertrag werden Besucher des Bads jedoch nur den halben Preis beim Parkieren bezahlen.

Zusätzliche Kontrolle
Die Teilrevision soll 220000 Franken kosten, welche zulasten der Spezialfinanzierung Parkplätze geht. Blatter rechnet damit, dass die Investitionskosten nach ein bis zwei Jahren wieder erwirtschaftet sind. 100 zusätzliche Stellenprozent werden benötigt, um den erhöhten Kontrollaufgaben gerecht zu werden. Ab dem zweiten Jahr sollen diese durch Einnahmen gedeckt werden.

Share Button

One thought on “Parkuhren gegen Einkaufstouristen

  1. Bruno Neidhart

    Auf den Schwimmbad-Parkplätzen „abkassieren“? Die „Genossenschaft Hörnli“ ist nicht begeistert. Eigentlich wollte Kreuzlingen vor nicht allzu langer Zeit mit einem neue Hallenbad das „Ganzjahresschwimmen“ gesamtgesellschaftlich besser fördern. Nun befürchten die „Hörligenossen“ gar, dass weniger Gäste ihre Sommeranlage bevölkern, also rundum weniger geschwommen wird. Politik schlägt manchmal seltsame Purzelbäume!

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.