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Idee eines «Agro Food Innovation Parks» wird vorangetrieben

Frauenfeld – Der Kanton Thurgau und die Stadt Frauenfeld haben eine Projektgruppe beauftragt, den schrittweisen Aufbau eines Agro Food Innovation Parks in Frauenfeld vorzubereiten. Der Innovationspark hat das Ziel, die Agrar- und Ernährungswirtschaft und -wissenschaft über den gesamten Bereich von der Urproduktion über die Verarbeitung, Verteilung und Vermarktung bis zur Wiederverwertung zu vernetzen. Ende 2015 soll ein Bericht vorliegen, der als Grundlage für den Entscheid dient, ob das Projekt weiterverfolgt oder abgebrochen werden soll. Die Kosten für diese erste Phase belaufen sich auf 275 000 Franken. Auf eine Nachqualifikation im Rahmen des Projekts eines Nationalen Innovationsparks wird verzichtet.

Kanton Thurgau 1In Anbetracht von schwindenden Ressourcen, einer wachsenden Weltbevölkerung und des Klimawandels müssen Nahrungsmittel künftig noch effizienter und gleichzeitig nachhaltig produziert, verarbeitet und verteilt werden. Aufbauend auf den traditionellen Stärken des Kantons Thurgau in der Land- und Ernährungswirtschaft möchte der Agro Food Innovation Park Thurgau in Frauenfeld dazu beitragen, die künftigen Herausforderungen in diesem Bereich zu bewältigen. Der Innovation Park will dazu die Akteure aus Bildung, Forschung und Entwicklung sowie aus landwirtschaftlichen Betrieben und Unternehmen der Ernährungswirtschaft zusammenführen. Geplant ist die Ansiedlung auf den bisher vor allem militärisch genutzten Arealen im Zentrum von Frauenfeld. Dort soll ein Angebot an Kooperationsmöglichkeiten, an Wissens- und Technologietransfer, Dienstleistungen, Immobilien und weiteren Infrastrukturen entstehen, das die Förderung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und der Innovationskraft der Land- und Ernährungswirtschaft, inklusive pflanzliche Heilmittel, zum Ziel hat.

Mit je einem Beschluss des Regierungsrates des Kantons Thurgau und des Stadtrates Frauenfeld werden einer Projektgruppe zahlreiche Aufträge erteilt. Sie hat unter anderem ein Konzept mit Schwerpunktsetzung, Profil und Ausrichtung des Innovationsparks zu erarbeiten. Sie hat zu klären, wie die vorgesehenen Areale genutzt werden können. Eine weitere Aufgabe ist der Aufbau eines Netzwerkes einerseits mit Institutionen aus Bildung, Wissenschaft und Forschung sowie andererseits mit Unternehmen der Land- und Ernährungswirtschaft. Ebenso hat die Projektgruppe die Grundlagen für die Trägerschaft und die Organisation  sowie Finanzierungsmodelle zu erarbeiten.

Der Projektorganisation steht eine Steuerungsgruppe mit den Regierungsmitgliedern Kaspar Schläpfer und Monika Knill sowie mit Stadtammann Carlo Parolari vor. Die Projektgruppe umfasst sieben Mitglieder, darunter zwei externe Experten. Sie wird von Meiert J. Grootes, CEO Veripan AG, Matzingen, geleitet. Für die Projekt-Geschäftsstelle ist Frank Burose, Geschäftsführer des bestehenden Kompetenznetzwerkes Ernährungswirtschaft, verantwortlich. Zur erweiterten Projektorganisation gehört unter anderem eine sechs Mitglieder umfassende Begleitgruppe, in der ebenfalls Vertreterinnen und Vertreter von Kanton und Stadt Einsitz haben.

Die erste Phase des Projekts hat am 1. Januar 2015 begonnen und endet Anfang 2016 mit der Genehmigung des Berichts durch die Steuerungsgruppe. Dieser Bericht dient als Grundlage für den Entscheid, ob das Projekt weiterverfolgt oder abgebrochen werden soll. Für diese erste Phase wird mit Kosten von maximal 275 000 Franken gerechnet. Sie werden vom Kanton Thurgau und der Stadt Frauenfeld je hälftig getragen. Der Beitrag der Stadt Frauenfeld steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung des Budgets, gegen welches das Referendum ergriffen worden ist.

Vorgeschichte
Im März 2014 beschlossen der Regierungsrat des Kantons Thurgau und der Stadtrat Frauenfeld, sich im Rahmen des Projekts eines Nationalen Innovationsparks (NIP) als Netzwerkstandort mit dem inhaltlichen Schwerpunkt Land- und Ernährungswirtschaft zu bewerben. Das Dossier wurde der Konferenz Kantonaler Volkswirtschaftsdirektoren (VDK) übergeben, die es jedoch nicht berücksichtigte. Bemängelt wurde namentlich das Fehlen einer Forschungseinrichtung und das wenig ausgeprägte internationale Umfeld. Dem Thurgauer Projekt wurde wie fünf weiteren die Möglichkeit zur Nachqualifikation gegeben. Die Steuerungsgruppe hat sich jedoch entschieden, sich der Nachqualifikation nicht zu unterziehen, da sowohl das Verfahren als auch die Experten die gleichen sind wie beim Erstverfahren und die Erfolgschancen als gering eingestuft werden. Kanton und Stadt sind zum Ergebnis gekommen, dass sie das Projekt des Innovationsparks ohnehin eigenständig weiterverfolgen wollen. Sie sind von der Wichtigkeit des Themenfeldes Land- und Ernährungswirtschaft sowie von der Eignung des Standortes Frauenfeld überzeugt. Deshalb liessen sie in der Zwischenzeit ein mögliches Arbeitsprogramm für die Aufbauphase des Innovationsparks erarbeiten. An einer Informationsveranstaltung im Oktober 2014 wurde das Projekt von Exponenten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung grossmehrheitlich begrüsst und sehr positiv beurteilt.

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