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Konstanzer Stadtverwaltung ignoriert Proteste

Tägermoos – Die Konstanzer Stadtverwaltung hat trotz massiver Bürgerproteste begonnen, im beliebten Naherholungsgebiet abzuholzen. Ein grosser Teil von 116 Pappeln, die am Seerhein stehen, sollen fallen, weil sie angeblich alt und gefährlich sind.

Arbeiter am Seerhein, aufgenommen am Dienstag. (Bild: klz)

Arbeiter am Seerhein, aufgenommen am Dienstag. Kleines Bild: Aktivisten haben Trauerflor und Schilder an die Bäume gehängt. (Bilder: klz)

Obwohl die 116 Hybridpappeln auf Schweizer Staatsgebiet stehen, obliegt es der Konstanzer Stadtverwaltung, für Verkehrssicherheit zu sorgen – so will es das Tägermoosstatut. Für den von kritischen Bürgern als «Kahlschlag» bezeichneten Vorgang haben die Stadtoberen folgende Gründe: Die Baumriesen hätten ihren Zenit erreicht, also ein Alter, in dem der «Totholzanteil» überproportional ansteigt und herunter fallende Äste gefährlich für Fussgänger und Fahrradfahrer sein können.

So begründet die Verwaltung ihr Vorgehen.

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Für die Stadt Konstanz ist derzeit die Tägerwiler Forstverwaltung im Einsatz und auch die Kantonspolizei war zeitweise vor Ort. Denn die Proteste sind massiv, Bürger fühlen sich übergangen, stellten sich vereinzelt neben die Bäume, um diese zu schützen. Das Handeln der Stadt wird als «undemokratisch» empfunden. Eine flugs gegründete Bürgerinitiative sammelt Unterschriften und hat einen Anwalt eingeschaltet. Die Gemeinderatsfraktionen der Freien Grünen Liste fordert einen sofortigen Stopp der Fällarbeiten. Eigentlich, so ihre Argumentation, müsse in so einer Sache der Gemeinderat angehört werden.

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One thought on “Konstanzer Stadtverwaltung ignoriert Proteste

  1. Bruno Neidhart

    Die „Kahlschlageritis“ ist heutzutage nicht selten zu beobachten – so nun auch am Seerhein. Dabei wäre es wohl sinnvoller, die Baumpflege derart zu gestalten, dass nur „tatsächlich kranke, gefährliche Bäume“ nach und nach herausgenommen werden, an ihrer Stelle gleichzeitig neue, bereits ordentlich grosse Bäume gepflanzt würden. So erhält man sich ein gebietstypisches Landschaftsbild, ohne es für eine ganze Generation arg zu beeinträchtigen. Ich lese, dass jeweils nicht alle Forstfachleute eins sind, wenn es um „Kahlschlag“ geht. So gesehen sind „Bürgerproteste“ nicht „aus der Luft gegriffen“ (unsere „Luft“ wird bekanntlich besonders von Laubbäumen „gesundgefiltert“!).

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