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«Kurs wird mittelfristig wieder steigen»

Kreuzlingen – Am Gewerbelunch Kreuzlingen referierte gestern der Anlageberater Werner Huber zum Thema «Geldpolitik – was geht da ab?!».

Anlagerberater Werner Huber. (Bild ek)

Anlagerberater Werner Huber. (Bild ek)

«Seit dem 15. Januar ist die Welt eine andere», stieg Werner Huber, Senior Portfolio Manager bei der TKB, in seinen Vortrag zur aktuellen Geldpolitik ein. Gemeint ist damit die Ankündigung der Schweizerischen Nationalbank (SNB), den Mindestkurs von 1,20 Franken gegenüber dem Euro nicht mehr zu verteidigen. Ein Thema, das nicht nur Banker interessiert, wie das zahlreiche Erscheinen der Kreuzlinger Gewerbetätigen unterstrich.

Nachvollziehbare Überraschung
Der Entscheid der SNB sei eine Überraschung gewesen, aber dennoch nachvollziehbar. «Lieber ein Ende mit Schrecken, statt ein Schrecken ohne Ende», so Huber. Denn die Risiken für die SNB wären in den kommenden Monaten unverhältnismässig gross geworden. Schon jetzt muss die SNB einen Buchverlust von über 70 Milliarden Franken verzeichnen.
Auch für die Schweizer Wirtschaft wird 2015 ein harziges Jahr, denn fast jede Branche sei vom Wechselkurs betroffen. «Eine Modellrechnung geht davon aus, dass die Löhne um ein Prozent und die Arbeitslosigkeit auf fünf Prozent steigen wird» sagte Huber. Mittelfristig würde das Wirtschaftswachstum dieses Defizit jedoch kompensieren.

Franken überbewertet
Hinzu kommt, dass der Franken klar überbewertet sei. Mittels der Kaufkraftparität könne der «faire Wert» zwischen zwei Währungen ermittelt werden. Für den Franken liegt dieser zurzeit bei 1,27 gegenüber dem Euro. «Es ist möglich, dass der Kurs Ende Jahr auf 1,10 zu stehen kommt», schätzt Huber. In den nächsten Jahren sollte dieser sogar auf 1,20 steigen. «Damit kann die Schweizer Wirtschaft leben, wie die letzten Jahre gezeigt haben.»

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