/// Rubrik: Leserbriefe

Gut oder nur gut gemeint?

Leserbrief – Am 8. März haben wir zu bestimmen, ob Kinder- und Ausbildungszulagen von der Einkommenssteuer zu befreien sind oder nicht. Ist diese verlockende Initiative nun gut oder nur gut gemeint? (Klemenz Somm, Kreuzlingen, Kantonsrat glp)

(Bild: pixelio)

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Änderungen im Steuergesetz sind mhttp://www.kreuzlinger-zeitung.ch/wp-admin/post-new.phpeist von grosser Tragweite und so ist eine sorgfältige Wirkungsanalyse unerlässlich.

Zirka 18 Prozent der steuerpflichtigen Personen im Kanton Thurgau bezahlen überhaupt keine Einkommenssteuer und würden folglich von der vorliegenden Initiative gar nicht entlastet. Im Gegenzug steigt die finanzielle Entlastung bei den höheren Einkommen überproportional an. Einer vierköpfige Thurgauer Familie mit einem steuerbaren Einkommen von 150’000 Franken pro Jahr würde beispielsweise satte 1750 Steuerfranken pro Jahr erlassen. Der Mecano läuft bei dieser Initiative genau verkehrt: Je mehr eine Familie die Kinderzulagen benötigt, desto weniger wird sie entlastet. Dies kann wohl nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Viel sinnvoller ist die kürzlich vom Grossen Rat beschlossene Erhöhung der Kinderzulage um 50 Franken.

Auf der anderen Seite würden der Allgemeinheit im Thurgau jährlich 22 Millionen Franken an Staats- und Gemeindesteuern fehlen. Diese Mindereinnahmen könnte der Kanton und sicherlich auch manche Gemeinde gegenwärtig ohne Steuerfusserhöhung nicht verdauen. Es lohnt sich bei dieser verlockenden Initiative zweimal hinzuschauen – stimmen Sie bitte nein.

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