/// Rubrik: Leserbriefe

Es kommen Zweifel auf

Kreuzlingen – Dem Kandidaten René Zweifel wird wohl kaum jemand das Potential absprechen, intellektuell das Rüstzeug für das Amt des Schulpräsidenten zu haben. Für mich stellt sich vielmehr die Frage, ob er tatsächlich den Hut als unterrichtender Lehrerkollege und Schulleiter in Personalunion ablegen kann. (Wolfgang Freienmuth)

Als ehemaliger Spitzensportler hat er zwar das Tor gehütet, ob es ihm aber auch gelingt auf einem frei schwebenden Seil den Spagat zu machen, bleibt offen. Als Schulpräsident obliegt es ihm nicht, als Anwalt oder «primus inter pares» der Lehrerschaft oder Schulleitung aufzutreten. Von der Sache her muss er auch die Anliegen der verschiedenen Interessensgruppen wie Schüler, Eltern, Bevölkerung und Wirtschaft aus möglichst neutraler Sicht beurteilen. Was, wenn er mal einen unliebsamen Entscheid fällen muss, den die ehemaligen Kolleginnen und Kollegen betreffen? Kann man ihm diesen Seilakt zutrauen, die 180°-Wende vom Lehrervertreter zum Volksvertreter zu vollziehen?

Die Äusserung auf dem Podium, dass er die Wahl als Präsident von nur einer Schulgemeinde im Teilzeitpensum ablehnen würde, obschon es ja auch Beispiele gäbe, bei dem der Schulpräsident gleichzeitig auch noch das Amt als Schulleiter wahrnehme, lässt zumindest vermuten, dass Herr Zweifel solchen Strukturen gegenüber nicht negativ eingestellt ist. Nach dem Motto: «Notfalls könnte man auch auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen».

Auch verunsichert mich etwas die Aussage, dass es für ihn ein logischer Karriereschritt sei Lehrer – Schulleiter – Schulpräsident, was er jedoch in einem Zeitungsinterview gleichermassen wieder relativiert. «Ich strebe nur einen «Entwicklungschritt  nicht aber einen Karriereschritt» an. Bezogen auf seine zitierte Aussage: »Ich müsste nur das Büro wechseln», wäre die eingenommene Haltung zwar nicht mal so widersprüchlich. Man macht fast das gleiche, einfach in einem anderen Büro. Wie dem auch immer sei, als ehemaliges, langjähriges Behördenmitglied melde ich gewisse Zweifel an das fordernde Amt ausüben zu können.

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