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Ein Fingerzeig an die da oben

Kreuzlingen – Am 8. März finden die Wahlen zum Stadtpräsidium statt. Mittlerweile gibt es einen Gegenkandidaten für Andreas Netzle. Emil Bügler verpasste zwar die Frist – sein Name ist deswegen nicht auf den offiziellen Unterlagen zu finden – darf aber trotzdem gewählt werden. Warum man das tun sollte, gab er heute in einer Medienmitteilung bekannt.

Emil Bügler. (Bild: archiv)

Emil Bügler. (Bild: archiv)

Dieses Schreiben versendete Emil Bügler heute:

Wir sind für Sie da
So lautet das plakatierte Wahlversprechen der amtierenden und zur Wiederwahl antretenden Exekutivmitglieder der Stadt Kreuzlingen. Ich kann mit dieser Aussage nicht viel anfangen. Denn wer in einer schwierigen Zeit für den Detailhandel und die Export orientierten Betriebe in der Region ein neues Stadthaus bauen will, der ist doch in erster Linie für sich selber da. So lange die Bauwirtschaft boomt, sollte sich die öffentliche Hand antizyklisch verhalten und Bauprojekte dann aufgleisen, wenn Private weniger investieren. Und dann muss man sich bewusst sein, dass Zuschläge für Aufträge nicht automatisch an das heimische Gewerbe fallen, weil die Einholung von Offerten weiträumig zu erfolgen hat.

Eine der grössten Fehleistung unter der Amtszeit des Kreuzlinger Stadtoberhauptes war für mich die Posse um die Liegenschaft, Hafenstrasse 19. Kurz zusammengefasst: Die Stadt Kreuzlingen besass für das besagte Objekt ein Vorkaufsrecht seitens der SBB, von welchem man aber keinen Gebrauch machte. Kaum hatte ein privater Investor die Liegenschaft gekauft, und zu Lager und Gewerberäume umfunktioniert, wollen die Stadtobern das Gebäude in die Finger bekommen und – man Höre und Staune – nur, um es dem Erdboden gleich zu machen. Dabei hätte es keine Rolle gespielt, wieviel Existenzen im wahrsten Sinne des Wortes ihr Dach über dem Kopf verloren hätten. Liebe Amtierende und Kandidierende für die Kreuzlinger Exekutive: Plakatieren Sie doch lieber wie folgt: Wir werden in Zukunft mehr für Sie da sein!

Lieber einmal Versäumtes zuzugeben, das ist glaubwürdig. Die Bürgerinnen und Bürger fühlen sich nur so ernstgenommen. Vertrauen ist wichtig für die Herausforderungen, die vor uns liegen. Angst und Resignation sind schlechte Ratgeber.

Und dabei ist es wichtig, dass nicht noch mehr Ladenlokale lehrstehen, Kreuzlingen ist gerade wegen dem Transitverkehr eine Visitenkarte unserer Region. Es gibt einen Immobilienbesitzer in Kreuzlingen, der es vorgemacht, wie man erfolgreich Immobilien mit Kleingewerbe aller Art füllen kann. Ich nenne nur Hafencenter, Park 31 oder eben das Gebäude Hafenstrasse 19. Da muss man zum Wohle der Sache über den Schatten springen und solche Leute für eine Arbeitsgruppe «Zukunft Kreuzlingen» oder wie auch immer man das nennen mag ins Boot holen.

Löwenstrasse, Konstanzerstrasse, Haupstrasse, es gibt viel zu tun, man muss es nur anpacken, dann heisst es: Wir werden für Sie da sein und helfen wo wir können!

Mit Ihrer Stimme für mich zeigen Sie, liebe Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, dass etwas geändert werden muss, ein Fingerzeig kann dabei nicht schaden.

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2 thoughts on “Ein Fingerzeig an die da oben

  1. Bruno Neidhart

    Das mit der „Hütte Hafenstrasse 19“ hat doch keine Zukunft. Es ist der falsche Ort für Geschäftigkeit. Mit „Hafencenter“ und „Park 31“ ist das nicht zu vergleichen.

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    1. Bügler Emil

      Dass das Gebäude gut vermietet ist, spricht doch für sich und bedarf keiner weitern Legitimation für eine Existenzberechtigung.
      Emil Bügler

      Antworten

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